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Gewerbegebiet Schleswig-Schuby : Bürgermeister verlieren die Geduld

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Im Interkommunalen Gewerbegebiet Schleswig-Schuby ist noch immer kein Grundstück verkauft. Jetzt stellt sich heraus: Fürs Marketing ist niemand so richtig zuständig.

Nachdem Wireg-Prokurist Burkhard Otzen seinen Vortrag zur Grundstücksnachfrage im Interkommunalen Gewerbegebiet (IKG) Schleswig-Schuby beendet hatte, platze es aus Frank Ameis heraus: „Statistiken haben wir jetzt genug gesehen. Sollten wir nicht endlich Profis mit einbeziehen?“, wetterte Fahrdorfs Bürgermeister. „Was hier zur Zeit läuft, ist mir zu wenig“, forderte er ein besseres Marketing.

Tatsächlich ist für das insgesamt 40 Hektar große Gewerbegebiet nahe der A  7 noch immer kein einziges Grundstück verkauft worden, wie Otzen in der gestrigen Zweckverbandssitzung im Schleswiger Rathaus einräumen musste. Und so wiederholte er das, was er immer zu diesem Thema sagt: „Die Nachfragesituation ist ganz gut.“ Mehr könne man einfach nicht erwarten, solange die Infrastruktur des Areals nicht vollständig hergestellt sei. Immerhin 35 Anfragen habe man in diesem Jahr gezählt, so Otzen. Darunter seien zum Beispiel zehn Logistikfirmen, aber auch vier produzierende Betriebe. Er hoffe, zumindest zwei dieser Anfragen in Verkaufsverträge lenken zu können.

Die versammelten Bürgermeister konnte Otzen damit nur zum Teil beruhigen. „Die Unruhe in den Gemeinden wird größer“, erklärte der Idstedter Edgar Petersen. Ähnlich äußerten sich seine Kollegen Herbert Will aus Jübek und Wolfgang Labs aus Hüsby. „Vielleicht sollten wir nicht so wählerisch sein. Irgendwann müssen wir mal in die Puschen kommen“, meinte Letzterer. Und Frank Ameis führte das Beispiel eines Büdelsdorfer Gewerbegebietes in Feld. Dort habe man bereits vor der Erschließung Grundstücke verkauft.

Verbandsvorsteher Helmut Ketelsen, Bürgermeister in Schuby, mahnte gleichwohl zur Geduld. „Die Interessenten stehen nicht Schlange. Andere haben vielleicht mehr Glück gehabt“, sagte er. Jetzt sei jedoch etwas zu sehen, verwies er auf den nahezu vollständig erschlossenen ersten Bauabschnitt. Die Verbandsführung und auch die Wireg hätten sich jedenfalls keine Versäumnisse vorzuwerfen.

Burkhard Otzen stellte klar, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (Wireg) zwar beauftragt sei, die eingehenden Anfragen zu prüfen, aber laut den Statuten keine aktive Werbung für einen einzelnen Standort wie das IKG machen dürfe. Die Verbandsversammlung beschloss einstimmig, die Marketingaktivitäten auszuweiten. Dafür wurden 20  000 Euro in den Haushalt für das kommende Jahr eingestellt. Bis zur nächsten Sitzung Mitte März soll die Wireg gemeinsam mit dem Arbeitskreis IKG eine Marketingstrategie ausgearbeitet haben. Mögliche Maßnahmen seien Werbeschilder an der Autobahn oder das Hinzuziehen eines Maklers, so Otzen. Als eine Art Sofortmaßnahme empfahl er, Anzeigen auf Immobilienportalen im Internet zu schalten. Die kosteten gerade mal 35 Euro für zwei Wochen.

Die Abnahme des ersten Bauabschnitts ist noch vor Weihnachten geplant, wie Marco Armgort vom Ingenieurbüro Masuch + Olbrisch aus Oststeinbek (Kreis Stormarn) erläuterte. Insgesamt habe man bei den Erschließungsarbeiten 30  000 Kubikmeter Boden bewegt. Die Straßenbeleuchtung konnte hingegen auch deshalb noch nicht in Betrieb genommen werden, weil einige Kabel gestohlen worden seien. Ende dieser oder Anfang nächster Woche soll dem IKG aber endlich ein Licht aufgehen. Die Ampelanlage an der B  201 soll ebenfalls in Kürze in Betrieb genommen werden. Die 60-KV-Freileitung, die quer über das Gewerbegebiet verlief, ist inzwischen in der Erde verlegt.

Der Auftrag zur Planung des zweiten Bauabschnitts ging an das Kieler Büro Merkel Ingenieur Consult. Auch wenn noch kein Grundstück verkauft wurde, beginne man schon jetzt mit der Erschließung des Restareals, weil man andernfalls nicht die 60-prozentige Förderung hätte ausschöpfen können, wie Verbands-Geschäftsführer Torsten Eickstädt erklärte. Wenn alles gut läuft, können die Bagger im westlichen Teil des Gewerbegebiets Ende März anrücken.

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erstellt am 09.Dez.2015 | 13:50 Uhr

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