zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

22. November 2017 | 19:40 Uhr

Schloss Gottorf : Brücken bereiten weiter Sorgen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Lkw und Busse sollen künftig über die Rückseite auf die Schlossinsel fahren. Die Sanierung der Hauptzufahrt könnte noch Jahre auf sich warten lassen.

von
erstellt am 10.Okt.2017 | 12:19 Uhr

Wie geht es weiter mit den Problem-Brücken in Schleswig? Mit dieser Frage hat sich jetzt der Werkausschuss beschäftigt, nachdem in den vergangenen Wochen gleich zwei Sorgenkinder von sich reden gemacht hatten: die Brücke, die von Süden aus auf die Schlossinsel führt und die Holzbrücke auf den Königswiesen am Hauptweg Richtung Stadthafen.

Die größeren Sorgenfalten treibt den Mitarbeitern der Stadt, der die Bauwerke gehören, dabei eindeutig die Hauptverbindung nach Gottorf auf die Stirn. Denn inzwischen ist es soweit, dass Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von über elf Tonnen die Überfahrt über das marode, 1938 errichtete Bauwerk untersagt ist. Es besteht Einsturzgefahr. Und das hat jetzt bereits Auswirkungen auf das Museum: So kann etwa nicht mehr jeder Reisebus direkt vor dem Schloss halten, sondern die Fahrer müssen die Besucher auf dem Schleihallenparkplatz rauslassen. Auch der Lieferverkehr ist eingeschränkt. Noch interessanter allerdings ist die Frage, was passiert, wenn der geplante Masterplan für Gottorf in die Tat umgesetzt werden soll und die ersten Bagger und Lastwagen anrücken.

Die Stadt, so wurde während der Ausschusssitzung deutlich, hat dafür nun einen Ausweg gefunden. So soll erst einmal die kleine Brücke, die von Norden aus auf die Schlossinsel führt, so ertüchtigt werden, dass sie Busse und Baufahrzeuge tragen kann. Das Problem: Momentan sind auf der Stahl-Beton-Konstruktion, die mit Holz verkleidet ist, nicht einmal Autos zugelassen. Es muss also auch hier erst kräftig renoviert werden. Das aber, so erklärte Dirk Jürgensen vom Bauamt, sei bei dieser Brücke deutlich einfacher als im Fall der Südbrücke. Denn die ist nicht nur länger und breiter, sondern auch das Landesamt für Denkmalpflege hat bei ihrer Renovierung ein Wörtchen mitzureden. Nicht zuletzt wird die Erneuerung der Südbrücke deutlich teurer. Ersten Schätzungen zufolge rechnet man mit Kosten von bis zu einer halben Million Euro. Und da voraussichtlich ab 2020/2021 im und am Schloss die Bauarbeiten beginnen sollen, scheint man nun also die Nordbrücke, die über das Kreishaus angefahren werden muss, zu bevorzugen. „Wird man auf dem Schloss wegen dieser ganzen Geschichte nicht langsam nervös?“, fragte Ausschussmitglied Sönke Büschenfeld (SPD) angesichts der vielen Kompromisse. Jürgensen sprach daraufhin von „guten Gesprächen mit den Gottorfern“, in denen man gemeinsam an Lösungen arbeite.

Das bestätigte jetzt auch Guido Wendt, kaufmännischer Geschäftsführer auf Gottorf, auf SN-Nachfrage. „Wir haben den Eindruck, dass in dieser Sache sehr zügig und zielführend gearbeitet wird“, betonte er. Unter anderem sei man dabei, Sonderregelungen für die Südbrücke zu finden. So könne es sein, dass künftig pro Tag doch wieder eine bestimmte Zahl von Bussen und Lkw über sie fahren darf. Dass das aber nur eine Übergangslösung ist, weiß auch er. „Wir haben bei der Stadt unsere Vorstellungen hinterlegt. Spätestens wenn es hier mit dem Umbau losgeht, muss es eine Lösung geben. Aber da bin ich optimistisch“, sagte Wendt. Wann genau das der Fall ist? „Bis zum ersten Quartal 2018 müssten die letzten Grundsatzfragen rund um den Masterplan geklärt sein. Dann wissen wir, wann es losgeht.“

Im Fall der maroden Brücke auf den Königswiesen geht es zumindest deutlich schneller. Im Laufe des kommenden Jahres, so erklärte Jürgensen, soll hier ein Neubau entstehen. Wann aber genau, das wisse er noch nicht. Einigen Ausschussmitgliedern gefiel diese Aussage nicht. So kritisierte etwa Eckhard Haeger (SPD), dass man eine Fußgängerbrücke aus Holz doch auch zügiger sanieren können müsse. „Wir wollen doch Touristenstadt sein, und dann legen wir einen unserer Hauptspazierwege für so einen langen Zeitraum lahm.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen