Brodersbyer Kirche nach zwei Jahren in neuem Glanz

Freuen sich über den Abschluss der Arbeiten an der Brodersbyer Sankt-Andreas Kirche: (von links) Propst Hans-Christian Gerber, Pastor Johannes Kühn, Rentamtsleiter Jürgen Schwennesen, Kirchenvorstand Kirsten Schmidt Holländer, Vikarin Gesa Paschen. Foto: Kuhl
Freuen sich über den Abschluss der Arbeiten an der Brodersbyer Sankt-Andreas Kirche: (von links) Propst Hans-Christian Gerber, Pastor Johannes Kühn, Rentamtsleiter Jürgen Schwennesen, Kirchenvorstand Kirsten Schmidt Holländer, Vikarin Gesa Paschen. Foto: Kuhl

Zwei Jahre lang wurde die Sankt-Andreas-Kirche aufwendig saniert. Jetzt konnte sie mit einem Festgottesdienst feierlich eröffnet werden.

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18. Juni 2009, 10:14 Uhr

Brodersby | Pastor Johannes Kühn war die Freude deutlich anzumerken. "Zwei Jahre haben wir an dieser Kirche gebaut - außen und innen, oben und unten", sagte er bei der Eröffnung des Festgottesdienstes und fügte erleichtert an: "Jetzt ist alles fertig." Beim Empfang im Gemeindehaus im Anschluss ging Kühn genauer auf die Arbeiten ein, die notwendig waren, weil die Kirche nach beiden Seiten den Hügel herabzufallen drohte.

Der Ostgiebel wurde mit Mauerankern gesichert, das Giebeldreieck aus Feldstein neu aufgemauert. In die Westwand zog man einen Maueranker ein. Die dicken Balken im Chorraum wurden ausgetauscht und im Kirchenschiff neue tragende Deckenbalken über die alten eingezogen. Die Dachsparren wurden denkmalschutzgerecht ausgetauscht oder saniert, das Dach neu gedeckt. Zu guter Letzt erhielt die Kirche von innen und außen einen neuen Anstrich und nebenbei ließ man auch noch die Orgel reinigen.

Bei seiner Aufzählung wies Kühn auf kleine Einzelheiten hin, wie die bewusst schräge Aufmauerung am Ostgiebel, die sichtbaren Maueranker, die Lüftung der abgedeckten Orgel oder den letzten Pinselstrich, der erst vorige Woche gezogen wurde. Auch habe der Brodersbyer Konzertsommer in Kahle by stattfinden müssen. "Wir sind dankbar, dass unsere Sankt-Andreas-Kirche weiter hier steht und wir sie irgendwann der nächsten Generation anvertrauen können", schloss er.

Kirsten Schmidt-Holländer versuchte, die Sorgenfalten und das Stirnrunzeln des Kirchenvorstandes zu erklären, dessen Vorsitzende sie ist: "Es gibt bei alten Kirchen wie unserer immer den Spagat, die notwendigen Sanierungsmaßnahmen mit den Forderungen des Denkmalschutzes bei den zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen in Einklang zu bringen." In diesem Zusammenhang dankte sie allen Spendern und denen, die sich auf Benefizveranstaltungen für die Sanierung eingesetzt hätten. Auch erwähnte sie die davon unabhängige Sanierung des Gemeindehauses, das insbesondere durch die Unterstützung der Kommunen von Goltoft und Brodersby eine neue Tür, neuen Fußboden und eine Dachdämmung erhalten hatte.

Propst Hans-Christian Gerber hielt die Predigt des Festgottesdienstes, in der er sich auch gleich mit der Kritik an den umfangreichen Baumaßnahmen des Kirchenkreises auseinander setzte. "Ist es richtig, so viel Geld in Bauten zu stecken? Sollte man es nicht lieber für Menschen ausgeben als für Steine?" Als härtesten Kritiker zitierte der Propst Gott selbst, der Jesaja verkünden lässt: "Was ist das für ein Haus, das Ihr mir bauen könntet oder welches ist die Stätte, da ich ruhen sollte?" Aber, so betonte Gerber, die Welt brauche Orte, wo das Leben Gottes abgebildet werden könne und den Gläubigen - den lebenden Steinen der Kirche - Heilung und Vergewisserung gegeben werden könne. Gerber: "Deshalb sanieren wir Steine, um in die lebendigen Steine mit Ideen investieren zu können - inspiriert durch den Geist Gottes."

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