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Auf dem Holm : Brisante Neubaupläne fürs Kloster

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Denkmalpfleger haben keine Einwände gegen ein Einfamilienhaus auf dem historischen Gelände am Schleiufer.

von
erstellt am 23.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Es ist ein echtes Sahne-Grundstück: Unverbaubarer Schleiblick, Badestelle gleich vor der Tür, die Innenstadt fußläufig erreichbar – und das alles auf dem malerischen Holm. Möglicherweise entsteht hier demnächst ein Einfamilienhaus. Es geht um das Gelände des St.-Johannis-Klosters, einem der ältesten Gebäude-Ensembles in der Stadt. Hier ist jede Veränderung ein heikles Thema. Deshalb wählte Klosterprobst Friedrich von Ahlefeldt-Dehn seine Worte sehr vorsichtig, als er gestern gegenüber den SN die Pläne für einen Neubau bestätigte. Noch sei nichts spruchreif, betonte er. Möglicherweise werde das Vorhaben niemals umgesetzt. Auch wollte er nichts dazu sagen, wo genau das neue Haus stehen soll. Dem Vernehmen nach geht es jedoch um den Klostergarten auf der Westseite des Grundstücks – zwischen dem Bibelzentrum und der Schlei.

Der Klosterprobst verweist auf die hohen Kosten, die der Unterhalt der 800 Jahre alten Anlage verursacht. Das Geld dazu stammt überwiegend aus der Vermietung von Wohnungen in den bestehenden Klosterbauten. Eine weitere Einnahmequelle sind Veranstaltungen im Remter, dem historischen Speisesaal, wo unter anderem standesamtliche Trauungen stattfinden.

„Wir sind gezwungen, darüber nachzudenken, unsere Einnahmesituation zu verbessern“, sagte von Ahlefeldt. „Beim gegenwärtig niedrigen Zinsniveau wäre es fahrlässig, die Möglichkeit eines Neubaus nicht zu prüfen.“ Er hat bereits Gespräche mit den zuständigen Denkmalschützern geführt, und diese haben offenbar signalisiert, dass ein Neubau grundsätzlich möglich ist. Auch die Mitarbeiter des städtischen Bauamtes haben nach zwei Ortsterminen keine Bedenken. Eine Baugenehmigung liegt aber noch nicht vor.

Zuletzt war 1995 ein Neubau auf dem Klostergelände entstanden. Es ist ein Wohnhaus als Ersatz für einen abbruchreifen Schuppen. Das Gebäude trägt heute den Namen Henny-von-Schiller-Haus als Erinnerung an die 2012 verstorbene damalige Priörin, die für den Bau eine beträchtliche Summe aus ihrem Privatvermögen gespendet hatte. Der Klosterprobst erinnert sich noch gut daran, dass der Neubau damals Kontroversen auslöste.

Die Handwerker-Autos, die in dieser Woche auf dem Klostergelände parkten, haben mit dem möglicherweise bevorstehenden Neubau indes nichts zu tun. Auf dem Dach werden noch immer die Schäden repariert, die der Orkan „Christian“ angerichtet hat, außerdem bekommt eines der bestehenden Gebäude einen neuen Wintergarten.

 

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