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Nordangler Speeldeel : Börnsens Bande feiert Jubiläum

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Nordangler Speeldeel besteht seit 30 Jahren. In dieser Zeit entstanden 13 Inszenierungen mit 230 Aufführungen. Diese spülten rund 90 000 Euro für gemeinnützige Projekte in die Kasse.

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erstellt am 18.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Sie alle verbindet die Liebe zur plattdeutschen Sprache und zum Theaterspielen. Sechs miteinander befreundete Ehepaare hatten zudem insgesamt 17 Kinder. So wurde 1983 in ihrem Kreis die Idee geboren, für den Nachwuchs etwas einzustudieren und aufzuführen. Das war die Geburtsstunde der Nordangler Speeldeel. Genau vor 30 Jahren fand mit dem plattdeutschen Märchenstück „Pöppedeiken“ die erste Premiere statt.

Daran erinnerte Bühnenleiter Jürgen Bachmann bei einer kleinen Jubiläumsfeier im Bürgerhaus in Grundhof. Die große Verbundenheit untereinander und das Gemeinschaftserlebnis, das aus gelungenen, vom Publikum gut aufgenommenen Aufführungen erwachse, hätten die Beteiligten im Laufe der Jahre nicht nur sehr zusammengeschweißt. Der Kreis der Mitwirkenden habe sich von ursprünglich zwölf sogar mehr als verdoppelt. Dieser Erfolg, so Bachmann weiter, sei in erster Linie ein Verdienst von Wolfgang Börnsen. Seine Fähigkeiten als Spielleiter und sein Festhalten an einem anspruchsvollen Niveau hätten die Speeldeel von Beginn an und bis heute geprägt.

Richtschnur für Börnsen war nach eigener Aussage die Theaterarbeit zunächst in den 1960er Jahren auf dem Scheersberg mit Peter Brunkert, dem ersten Leiter des Jugendhofes, und später während des Studiums mit Ivo Braak, der sich als Professor an den Pädagogischen Hochschulen in Flensburg und Kiel für Erhalt und Vermittlung der niederdeutschen Sprache einsetzte. Wichtig für die Zukunft sei es, so Börnsen, Nachwuchs für das plattdeutsche Theater zu gewinnen. Sein nächstes größeres Projekt gelte, wie er ankündigte, dem Lutherjahr 2017.

Die Nordangler Speeldeel, eine reine Wanderbühne ohne festes eigenes Haus, hat in den 30 Jahren ihres Bestehens nicht nur Komödien und abendfüllende Revuen gespielt, sondern auch dramatische Stücke wie „De düütsche Slömer“, also den „Jedermann“ auf Platt, und „Maria Flint“, in dessen Mittelpunkt das Geschehen um eine Kindsmörderin im 18. Jahrhundert steht. Die aktuelle Inszenierung „Rockers gahn nich in Rente“ aus Börnsens Feder beschäftigt sich auf unterhaltsame Art mit den Problemen einer älter werdenden Gesellschaft. Mundart-Theater, davon ist der Spielleiter überzeugt, darf sich nicht auf Schenkelklopf-Stücke beschränken, sondern muss thematisch und von der Inszenierung her die Hand am Puls der Zeit haben.

Insgesamt blickt die Nordangler Speeldeel inzwischen auf 13 erfolgreiche Inszenierungen mit 230 Aufführungen zurück. Auf der Habenseite können dabei etwa 90 000 Euro verbucht werden, die in gemeinnützige Projekte geflossen sind.

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