10.000 Besucher in Börm : Börla – ein Ziel für die ganze Familie

Familie Engel aus Wester-Ohrstedt und Schuby nutzt das Frühlingswetter für einen Familienausflug zur „Börla“.
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Familie Engel aus Wester-Ohrstedt und Schuby nutzt das Frühlingswetter für einen Familienausflug zur „Börla“.

Die Landwirtschaftsausstellung in Börm lockt mehr als 10 000 Besucher an. Neben Fachleuten sind auch viele Kinder dabei.

shz.de von
27. März 2017, 07:23 Uhr

Die Besucher kamen aus allen Teilen Schleswig-Holsteins, Dänemarks und Niedersachsens nach Börm. Mehr als 10    000 von ihnen lockte die „Börla“, die zweitägige landwirtschaftliche Neu- und Gebrauchtmaschinenausstellung, in das Dorf. Darunter auch Familie Engel aus Wester-Ohrstedt und Schuby, die bei sonnigem Frühlingswetter am Sonnabend über das Gelände schlenderte. Sönke Engel traf sich dort mit seinen Kindern Julia, Steffen und Simon. Letzterer führt mit seiner Frau Lisa einen landwirtschaftlichen Betrieb und nutzte den Familienausflug, um sich über die neuesten Trends in der landwirtschaftlichen Maschinenbranche zu informieren, während die Kinder die vielen Spielmöglichkeiten und die Riesenspringburg ausprobierten. Auch Spielwaren wie Tretschlepper, Gülle-Anhänger, Rolly-Toys und „Siku“-Landmaschinen wurden bestaunt – und manchmal auch gekauft.

Die umgebaute Maschinenhalle war dabei der Treffpunkt auf der „Börla“. Essen und Getränke wurden angeboten. Der Feuerwehmusikzug Groß Rheide/Dörpstedt spielte eine breite Palette an Musikstücken für Jung und Alt. Es war Bierzeltatmosphäre angesagt. Man traf sich, plauderte, sah Freunde, die man lange nicht gesehen hatte, führte Fachgespräche über die ausgestellten Maschinen, tauschte Erfahrungen aus und diskutierte die jetzige landwirtschaftliche Lage.

Die Oldtimerfreunde aus Bergenhusen stellten ihre „Oldtimer“ aus den 50er-Jahren aus und führten besonders mit älteren Besuchern Fachgespräche. Auch die Einsatzmöglichkeiten modernster Technik wurden vorgestellt. Der Einsatz der Satellitennavigation, die zentimetergenau Trecker über die Äcker führt, stieß besonders bei jüngeren Landwirten auf großes Interesse.

Ein anderes intelligentes Sensorsystem, das auf der „Börla“ präsentiert wurde, versorgt den Pflanzenbestand genau mit dem, was er benötigt, sodass Dünge- und Pflanzenschutzmittel genau an der Stelle ausgebracht werden, an der sie auf dem Feld auch zum Einsatz kommen sollen. So gibt es einen optimalen Ertrag unter sparsamstem Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

In kleinen Gruppen wurden die Neu- und Gebrauchtmaschinen für die Landwirtschaft auf den Freiflächen und in den Hallen begutachtet. Für jeden Geldbeutel gab es Angebote und „Schnäppchen“. Irk und Birgit Martinen sowie Sohn Oke, die in Süddorf auf Amrum einen Familienbetrieb mit Ackerland, Rinderaufzucht und Kartoffelanbau betreiben und Getreide für den eigenen Nutzen anbauen, suchten nach einem neuen Mähdrescher.

„Die Landwirtschaft und auch die Landtechnik stehen in der Zukunft vor großen Herausforderungen. Das heißt auch, dass wir uns in einer zukunftsträchtigen Branche mit enormen Chancen bewegen“, sagte Holger Wüstenberg, Geschäftsführer der Wüstenberg-Landtechnik, zu der insgesamt sieben Landtechnikbetriebe in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gehören. Das Jahr 2016 war geprägt von niedrigen Milchpreisen, von einer schlechten Getreideernte und nicht auskömmlichen Schweinepreisen. Für die Landwirtschaft war und ist dies eine angespannte Situation in wirtschaftlich extrem schwierigen Zeiten. „So schauen wir hoffnungsvoll in die Zukunft, dass die Marktbedingungen sich deutlich verbessern und die Investitionsbereitschaft steigt“, sagte Holger Wüstenberg. Generell werde es schwieriger, gebrauchte Maschinen zu vermarkten, erklärte er auch. Ohne Internet sei dies gar nicht mehr möglich und vorstellbar. Wüstenberg: „Unsere Marktferne macht den Gebrauchthandel schwierig, da hohe Transportkosten anfallen. Der Trend zu jährlichen Maschineversteigerungen wird zunehmen. Für unsere jüngeren Kunden haben wir deshalb eine App eingerichtet für Smartphones.“

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