Baltic Open Air in Busdorf : BOA: Luisa Schulz plant, damit andere feiern können

Luisa Schulz hat gelernt, sich in der von Männern dominierten Rock-Festival-Welt durchzusetzen.
Luisa Schulz hat gelernt, sich in der von Männern dominierten Rock-Festival-Welt durchzusetzen.

Das diesjährige BOA wirft seine Schatten voraus – auch dank Strippenzieherin Luisa Schulz (26).

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18. August 2018, 07:00 Uhr

Busdorf | Die größte Herausforderung, sagt Luisa Schulz, ist die Betreuung der Bands. Oder besser gesagt, „die vielen Sonderwünsche zu erfüllen, die von ihren Managern an uns herangetragen werden“. Da gebe es die wildesten Sachen, sagt sie, ohne ganz aus dem Nähkästchen plaudern zu wollen. „Da ist oft Fingerspitzengefühl gefragt. Aber irgendwo ist auch Schluss. Wenn Sachen nicht gehen, dann gehen sie nicht. Das sage ich dann auch so.“

Die 26-Jährige hat gelernt, die Ellenbogen auszufahren. Und genau das ist auch nötig in ihrem Job. Denn die junge Frau ist das Mädchen für alles beim Baltic Open Air (BOA) – und somit die rechte und auch linke Hand von Veranstalter Daniel Spinler. Sie behauptet sich ohne Probleme in der doch eher von Männern dominierten Rock-Festival-Welt. „Das hat sich im Laufe der Jahre so ergeben – und es macht richtig viel Spaß.“

Nach Pop am Strand kommt BOA

Stress gehört allerdings auch dazu. Besonders im Sommer. Denn nach dem Strand-Open-Air in Eckernförde und „Pop am Strand“ in Damp steht für sie und die anderen Mitarbeiter der Baltic Eventmanagement GmbH jetzt mit dem BOA, das am Donnerstag startet, das nächste und mit Abstand größte Event des Jahres an. 2017 kamen rund 40.000 Besucher zu dem dreitägigen Rockspektakel, bei dem auch diesmal wieder rund 40 Bands auf drei Bühnen auftreten.

Luisa Schulz ist unter anderem für die Verträge mit den Gruppen zuständig, ebenso für die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Firmen und Ausstellern, die rund um das BOA eingebunden sind. Ebenfalls muss sie Ablauf- und Personalpläne für rund 250 Leute erstellen. Angefangen hat sie als Praktikantin bei Spinlers Firma, die ihren Sitz in Fleckeby hat. Im Anschluss, im Jahr 2012, hat sie dort dann eine Lehre zur Veranstaltungskauffrau angefangen. Inzwischen hat sie längst ausgelernt und ist aus dem BOA-Team nicht mehr wegzudenken.

Anwohner zahlen weniger Eintritt

Dass die Großveranstaltung, die 2011 erstmals auf den Königswiesen in Schleswig und danach viele Jahre auf der Freiheit stattfand, im vergangenen Jahrs ins „Wikingerland“ an den Busdorfer Ortsrand umgezogen ist, hält Luisa Schulz für einen wichtigen und richtigen Schritt. „Hier ist einfach viel mehr Platz. Es ist alles beieinander, Festivalgelände und Campingflächen. Das macht die Abläufe für uns auch viel einfacher“, sagt sie. Zudem gebe es, im Gegensatz zur Freiheit, keine Beschwerden der Anwohner.

Im Gegenteil: Das Angebot an die Bürger des Amtes Haddeby („Village People“), die für einen vergünstigten Eintrittspreis dabei sein können, werde sehr gut angenommen. „Das passt zum Charme des BOA“, sagt sie. Auch wenn das Festival immer größer werde, hätte es seine familiäre Atmosphäre nicht verloren. „Das schätzen unsere Besucher. Und wir vom Team natürlich auch.“

Line-Up beim BOA: Diese Bands kommen

Neben der Metal-Legende Kreator stehen beim BOA 2018 wieder reihenweise Rock- und Metal-Bands auf den Bühnen. Unter anderem rocken Eisbrecher, Torfrock, J.B.O., Orden Ogan und D-A-D das Festival. Mehr über das Line-Up lesen Sie hier.

 
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