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Baltic Open Air : BOA 2016: In Schleswig lebt die Rock-Kultur

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Veranstalter Daniel Spinler verspricht für das Festival im August einige Neuerungen. Fest steht: es kommt kein Aufreger wie im Vorjahr mit „Frei.Wild“.

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erstellt am 15.Feb.2016 | 07:40 Uhr

Schleswig | Viele Rock-Fans sind verärgert und verunsichert. Der Wirbel um das im vergangenen Jahr ausgefallene Wallsbüll Open Air und nicht zurückerstattete Eintrittskarten lässt auch Daniel Spinler nicht kalt. „Ich weiß, dass viele Leute geknickt sind. Die Rock-Kultur leidet unter solchen Absagen“, sagt der Mann, der das Baltic Open Air (BOA) in Schleswig etabliert hat. Als Musikfan bedaure er es, dass es immer weniger Festivals im Norden gibt. Fürs BOA hingegen verspricht Spinler einiges. „Nächstes Jahr wird es noch größer. Wir arbeiten an vielen Plänen“, erklärt der Eventmanager aus Fleckeby.

Und auch für die diesjährige sechste Auflage des Baltic Open Air am 26. und 27. August hat er einige Neuerungen parat. „Wir haben erstmals eine dritte Bühne. Dort werden zwölf regionale Bands die Möglichkeit bekommen, vor einem großen Publikum zu spielen“, kündigt Spinler an. Die Namen der Gruppen sollen in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Ebenfalls dabei sein wird der Sieger des „Band-Contest“, zu dem es laut Spinler mehr als 100 Bewerber aus ganz Deutschland und sogar dem Ausland gab. Sechs Bands kamen in die Endauswahl und spielen am 18. März in der Diskothek „Ela-Ela“ um einen freien Platz beim BOA.

Die Top-Acts der Veranstaltung stehen schon seit längerem fest. Unter anderen werden „Airbourne“, „Within Temptation“ und Altrockerin Suzi Quatro den Fans auf der Freiheit einheizen. Aufreger wie 2015 die umstrittenen Südtiroler Deutschrocker von „Frei.Wild“ oder „Böhse Onkelz“-Sänger Kevin Russell fehlen diesmal im Line-Up. Die teilweise heftige Diskussion im vergangenen Jahr habe ihn viele Nerven gekostet, sagt Spinler. „Doch Fakt ist: Es war eine geile Veranstaltung. Die ganze Aufregung im Vorfeld war Quatsch. Wir haben nichts Verkehrtes getan.“ Und: „Sollte sich in einigen Jahren wieder die Chance ergeben, ‚Frei.Wild‘ zu bekommen, würde ich auf jeden Fall zugreifen.“ Doch klar sei auch, dass er Bands, die auf dem Index stehen, nicht verpflichten würde. „Frei.Wild“ steht wegen vermeintlich nationalistischer Liedtexte in der Kritik.

Aber die Deutschrocker haben eine riesige Fangemeinde. Nicht zuletzt wegen „Frei.Wild“ war das Baltic Open Air 2015 für den Veranstalter ein großer Erfolg. An beiden Festivaltagen zusammen habe man 17.000 Besucher gezählt, so Spinler. Mit so vielen Musikfans sei im kommenden Sommer wohl nicht zu rechen. „Aber der Vorverkauf läuft schon sehr gut.“

Für die enttäuschten Wallsbüll-Fans hat Spinler derweil ein besonderes Angebot parat. Wer sein Geld noch nicht zurückerstattet bekommen hat, kann seine Karte bei seiner Eventagentur einschicken und erhält 50 Prozent Preisnachlass auf ein Ticket fürs Baltic Open Air. Auch entfalle die Vorverkaufsgebühr (Eine Info-Nummer gibt es auf der Homepage www.baltic-open-air.de). Die gleiche Aktion hatte Spinler schon im vergangenen Jahr gestartet, doch damals sei das von ihm ausgelobte Sonderkontingent wenig bekannt gewesen – die Resonanz blieb bescheiden. „Wir tun das nicht für Wallsbüll und auch nicht, weil wir die letzten Karten loswerden müssen“, versichert Spinler. „Mir geht es wirklich nur um die leidtragenden Besucher – und um die Rock-Kultur.“

 

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