Domschulsportplatz : Blinden-Meisterschaft an der Schlei

Wolfgang Tenhagen hofft auf  viele Zuschauer beim Finale der deutschen Blindenfußball-Meisterschaft auf dem Domschul-Sportplatz.
Wolfgang Tenhagen hofft auf viele Zuschauer beim Finale der deutschen Blindenfußball-Meisterschaft auf dem Domschul-Sportplatz.

Neun Mannschaften mit blinden und stark sehbehinderten Spielern aus ganz Deutschland treten im September in Schleswig gegeneinander an.

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12. März 2014, 07:45 Uhr

Der deutsche Meister der Blindenfußball-Bundesliga (DBFL) wird am Sonnabend, 13. September, auf dem Domschulsportplatz gekürt. Das hat der Vorstand der Sepp-Herberger-Stiftung des DFB entschieden. Am letzten von fünf Spieltagen der diesjährigen Saison wird nun erstmals der Meister aus den im gesamten Bundesgebiet teilnehmenden Mannschaften in Schleswig ermittelt. „Ich bin wirklich froh, dass wir den Zuschlag bekommen haben und uns gegen andere Städte durchsetzen konnten“, freut sich der Präsident des Rehabilitations- und Behinderten-Sportverbands Schleswig-Holstein (RBSV SH) mit Sitz in Schleswig, Wolfgang Tenhagen. „Ausschlaggebend für die Wahl war die Nähe des Sportplatzes zum Zentrum. Das hat enorme Vorteile“, betont Tenhagen, „denn so können die Spieler und ihre Angehörigen auch neben dem Spielfeld Spaß haben.“ Damit das am Ende auch der Fall ist, gelte es nun, alle Vorbereitungen mit der Stadt zu treffen, damit dieses besondere Sportevent ein echter Erfolg wird.

Seit 2011 trägt die DBFL einen Teil ihrer Spieltage in ausgewählten Innenstädten aus. Unter dem Motto „Mit Fußball in die Mitte der Gesellschaft“ soll der Blindenfußball in die breite Öffentlichkeit getragen werden, um so mehr Aufmerksamkeit auf diese Randsportart zu lenken. Und durch die Nähe zum Zentrum würden auch Menschen zum Zuschauen eingeladen, die mit Behindertensport normalerweise überhaupt nicht in Berührung kommen. Was durchaus schade ist, wie Wolfgang Tenhagen betont: „Denn gerade Blindenfußball muss man einfach gesehen haben. Es ist bemerkenswert, wie die Spieler mit dem Ball umgehen können.“

Neben Schleswig wird auch in Mainz ein Städte-Spieltag stattfinden (17. Mai), bei dem die Teams die Saison gemeinsam eröffnen. An den einzelnen Spieltagen treffen danach die neun Mannschaften wie bei einem Turnier jeweils aufeinander. Wer am Ende die meisten Punkte hat, wird – genau wie in der Fußball-Bundesliga – deutscher Meister und diesmal hier im Ständesaal offiziell gekürt.

Zu den Titel-Aspiranten gehören unter anderem der FC St. Pauli, der Chemnitzer FC, und der MTV Stuttgart 1843, der den Titel im vergangenen Jahr gewinnen konnte. Schleswig selbst hat keine Blindenfußball-Mannschaft.

Der Blindenfußball ist nicht zum ersten Mal in Schleswig-Holstein: Vor zwei Jahren wurde mit großem Erfolg in Neumünster auf dem Großflecken ein Spieltag ausgetragen. Wolfgang Tenhagen hofft nun, dass die Aktion auch in Schleswig gut ankommt: „Wir haben hier so einen schönen Fußballplatz und eine tolle Kulisse mit der Schlei im Hintergrund. Das müssen wir als Stadt nutzen.“

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