Schleswiger TÜV prüft Licht : Blender haben keine Chance

Der Mythos, wenn eine Lampe kaputt ist, geht auch die andere bald aus, stimmt, sagt Tüv-Stationsleiter Dietmar Jessen.  Fotos: Strobel
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Der Mythos, wenn eine Lampe kaputt ist, geht auch die andere bald aus, stimmt, sagt Tüv-Stationsleiter Dietmar Jessen. Fotos: Strobel

Sehen und gesehen werden: Beim kostenlose Lichttest des Tüv wird die Lichtanlage am Auto überprüft

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11. Oktober 2018, 15:35 Uhr

Das Rolltor geht langsam auf, dann fährt Tüv-Prüfer André Sawitzki einen VW-Golf auf die Hebebühne. Er hupt zwei mal und winkt. Am anderen Ende der Halle lehnt nämlich der Stationsleiter des Schleswiger Tüv Dietmar Jessen an einem orangenen, quadratischen Gerät: Bereit für die Lichtprüfung. Im Monat Oktober kann beim Tüv und bei vielen Werkstätten kostenlos eine Überprüfung der Lichtanlagen gemacht werden.

„Die Tage werden kürzer und gerade jetzt ist es besonders wichtig, dass das Licht in Ordnung ist“, sagt Dietmar Jessen und schiebt das Gerät neben sich vor die Scheinwerfer. Mit dem „Luminoscop“ überprüft der Stationschef, ob die Scheinwerfer richtig eingestellt sind: Höhe und Lichtstärke der Lampen können damit abgelesen werden. Im Luminoscop ist eine Schablone angebracht, auf welcher eine Grenze zwischen Dunkel und Hell eingezeichnet ist. Der untere Bereich wird von den Scheinwerfern angestrahlt, der obere bleibt dunkel. Jessen knipst das Standlicht des Golf an. „Genau so soll es sein“, sagt der 53-Jährige. Er überprüft nacheinander das Abblendlicht, Fernlicht, Tagfahrlicht und zum Schluss die Nebelscheinwerfer. Bei der Überprüfung spielt auch die Ladung des Autos und der Luftdruck der Reifen eine Rolle, sagt Jessen, denn je nachdem variiere auch die Höhe der Scheinwerfer.

„Jetzt muss ich noch die hintere Beleuchtungsanlage und das Bremslicht überprüfen. Aber natürlich kann ich nicht bremsen und dann schnell hinter das Auto rennen, um zu schauen, ob das funktioniert hat“, erklärt Dietmar Jessen und lacht. Aber der Tüv-Stationsleiter weiß sich zu helfen: Am anderen Hallenende ist ein Spiegel angebracht. Der Golf hat den Lichtcheck bestanden. „Jetzt bekommt er einen Aufkleber. Auf den sind immer alle scharf“, sagt der Stationsleiter. So gut wie dieser Wagen schneiden aber nicht alle bei der Lichtprüfung ab, sagt Dietmar Jessen. Bei einigen Fahrzeugen seien die Scheinwerfer beschädigt, vergilbt, feucht oder die Glühlampen schlichtweg falsch eingesetzt. „Das sind dann die Blender im Straßenverkehr“, wirft André Sawitzki ein und fügt hinzu: „Da können wir die Kunden nur ab in die Fachwerkstatt schicken. Bei den neueren Autos darf der Laie nicht mehr selbst ran.“ Reparaturen macht auch die Tüv-Station nicht selbst. Dietmar Jessen wedelt mit einem Schraubenzieher vor Sawitzkis Nase herum: „Die Höhe der Scheinwerfer können wir hier aber schon einstellen.“

Zirka 60 Autos sind in diesem Oktober schon beim Lichttest in der Tüv-Station gewesen, berichtet Dietmar Jessen. Der Großteil der Autos habe aber mit Bravour den Test bestanden – nur wenige mussten nachrüsten. „Es kommen oftmals nur Leute mit neueren Autos. Besser wäre es, wenn sich auch Besitzer von älteren Autos trauen würden, denn gerade bei denen gibt es oftmals Probleme mit dem Licht“, sagt der Stationsleiter.

Apropos altes Semester – ein Lichttest ist dem 53-Jährigen im Gedächtnis geblieben: Eine Ente mit nur einem Frontstrahler. „Heute wäre diese Beleuchtung ein Desaster, aber früher wurde das eben so gebaut.“

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