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Schleswiger Nachrichten

16. August 2017 | 17:21 Uhr

Schleswig : Bleibt die Bücherei, wo sie ist?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Mietvertrag für die Bücherei in der Moltkestraße läuft im nächsten Jahr aus. Die Stadt prüft Alternativ-Standorte.

Am Ende könnte alles beim Alten bleiben und die Stadtbücherei in ihren angestammten Räumen in der Moltkestraße. Das jedenfalls empfiehlt Dörte Beier, die nach der Pensionierung von Holger Rüdel nicht nur kommissarische Leiterin des Stadtmuseums ist, sondern innerhalb der Stadtverwaltung auch verantwortlich für den Fachdienst Kultur und Tourismus, zu dem auch die Bücherei in der Moltkestraße gehört. Am morgigen Donnerstag soll sie im Kulturausschuss (16 Uhr im Rathaus) Rede und Antwort stehen zur Zukunft der Bücherei.

Die Diskussion hatte die Finanzausschuss-Vorsitzende Steffanie Hildebrandt im Sommer neu angestoßen. Sie wollte verhindern, dass sich der Mietvertrag für die Bücherei-Etage in dem Betonklotz zwischen Fußgängerzone und Lollfuß unbemerkt von der Kommunalpolitik einfach automatisch verlängert. Denn dieser Vertrag war dem Landesrechnungshof zumindest fragwürdig vorgekommen.

Die Stadt hatte 2011 ihren Anteil an der damals sanierungsbedürftigen Immobilie für 100  000 Euro an den Immobilienunternehmer Dieter Kopplin verkauft – und dann sofort zurückgemietet. Die Jahresmiete beträgt derzeit gut 88  000 Euro. Die Stadt zahlt also fast die gesamte Verkaufssumme zurück an den neuen Eigentümer – jedes Jahr. Sie hat allerdings die Kosten für eine aufwendige Sanierung gespart.

Zum Zeitpunkt des Verkaufs war geplant, in der alten Stadtwerke-Zentrale an der Poststraße ein städtisches Dienstleistungszentrum einzurichten. Dort sollte neben dem Einwohnermeldeamt unter anderem auch die Bücherei unterkommen. Nicht zuletzt wegen der Umbaukosten in Millionenhöhe verzichtete die Stadt jedoch darauf. Inzwischen ist an der Poststraße das Sozialzentrum des Kreises untergekommen.

Jetzt hat Dörte Beiers Fachdienst Kultur noch einmal sechs alternative Standorte unter die Lupe genommen, die alle eines gemeinsam haben: Es sind Immobilien, die der Stadt Schleswig gehören – für die also keine Miete anfallen würde. Zumindest zwei dieser Gebäude wären aus Sicht der Verwaltung für die Bücherei durchaus geeignet: die ehemalige Pestalozzischule in der Lutherstraße, die derzeit als Außenstelle für die Unterstufe von der Lornsenschule genutzt wird – und die Volkshochschule. Demnach wäre die Volkshochschule, was die Erreichbarkeit angeht, dem bisherigen Standort sogar überlegen. Allerdings wären Umbaumaßnahmen erforderlich, und ein Großteil der VHS-Kurse müsste ausgelagert werden – zum Beispiel in Klassenräume der Schleswiger Schulen.

Die alte Pestalozzischule ist nicht ganz so verwinkelt wie die VHS und wäre deshalb einfacher umzubauen, liegt aber nicht so zentral. Außerdem wäre das Gebäude für die Bücherei alleine zu groß.

Die vier weiteren geprüften Alternativen sind aus Sicht der Verwaltung wenig geeignet. In der Lornsenschule gäbe es zwar eventuell Räume, die die Bücherei mitnutzen könnte, sie wären aber zu klein. Die frühere Seniorenbegegnungsstätte in der Langen Straße 6 wäre nicht nur zu klein, sondern auch zu weit ab vom Schuss. Die Lage außerhalb des Stadtzentrums spricht auch gegen die alte Landwirtschaftsschule und gegen die Mitnutzung der Gallbergschule.

Ob der Kulturausschuss sich morgen schon endgültig festlegt, ist fraglich. Die CDU werde sich mit dem Thema erst auf ihrer Fraktionssitzung in der nächsten Woche befassen, sagte deren Vorsitzender Holger Ley.

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erstellt am 01.Feb.2017 | 13:30 Uhr

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