Schleswig Stadtstrand : Blaualgen am Luisenbad: „Meistens reicht schon ein Blick“

Sieht aus wie Blaualgen, riecht nach Blaualgen, sind Blaualgen: Frank Jacobsen (li.) und Jochen Mohr-Kriegshammer vom Kreisgesundheitsamt nehmen eine Probe. Fotos: wim
Sieht aus wie Blaualgen, riecht nach Blaualgen, sind Blaualgen: Frank Jacobsen (li.) und Jochen Mohr-Kriegshammer vom Kreisgesundheitsamt nehmen eine Probe.

Blaualgen sorgen erneut für ein Badeverbot am Luisenbad. Weitere Schleistrände sind bislang nicht betroffen.

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02. August 2018, 07:00 Uhr

Schleswig | Auch wenn sie Blaualgen heißen: In erster Linie ist die Suppe, die aus ihnen besteht und die in diesen Tagen ans Schleiufer am Luisenbad schwappt, grün. Und sie sieht nicht nur unappetitlich aus, sie riecht auch so. Weil sie obendrein auch noch giftig ist, hat das Kreisgesundheitsamt jetzt zum zweiten Mal in diesem Sommer reagiert und an Schleswigs Stadtstrand ein Badeverbot verhängt. Das gilt vorläufig erst einmal bis einschließlich Sonntag.

Grüne Suppe: Dieses Foto machte DLRG-Helfer Robin Knorr Anfang der Woche.
Grüne Suppe: Dieses Foto machte DLRG-Helfer Robin Knorr Anfang der Woche.
 

Auch wenn man sicherlich nicht gleich tot umfällt, sollte man in dieser Brühe definitiv nicht baden. Denn: „Ganz ungefährlich ist das Zeug nicht“, sagt Jochen Mohr-Kriegshammer, beim Kreisgesundheitsamt unter anderem für die Gewässer zuständig. Gelangten die Blaualgen in den Magen, könnte dies zu Übelkeit und Erbrechen führen. Auch Hautreizungen könnten auftreten. Besonders Kinder sollten deshalb vorsichtig sein.

Auch interessant: Blaualgen in schleswig-holsteinischen Gewässern: Hier gibt es Badeverbote

Mohr-Kriegshammer kommt zurzeit jeden Morgen zum Luisenbad und macht sich ein Bild von der Lage. Zwar nimmt er dabei hin und wieder auch Wasserproben, „aber meistens reicht schon ein Blick“, sagt er. Dass die Blaualgen schon so früh auftreten, sei ungewöhnlich. „Das liegt natürlich an der Hitze. Hinzu kommt, dass wir kaum Wind haben und es nicht regnet. Da findet so gut wie kein Wasseraustausch statt.“ Zumindest die Bakterien freuen sich sichtlich darüber. Trotzdem, so Mohr-Kriegshammer, seien andere Badestellen, etwa auf der Freiheit, am Selker Noor oder in Füsing, bislang nicht betroffen.

Ständiger Kontakt mit der Stadt

Sollte in den kommenden Tagen ein kräftiger Regenschauer über Schleswig hinwegziehen, könnte das Badeverbot am Luisenbad schnell wieder aufgehoben werden. So war es auch vergangene Woche. „Wir sind in ständigem Kontakt mit der Stadt und können jederzeit reagieren“, sagt Frank Jacobsen, stellvertretender Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Auch zu den Helfern der DLRG, die täglich am Luisenbad Wache halten, habe man einen kurzen Draht. „Die halten uns auf dem Laufenden.“

Ines Plöhn vom Luisenbad-Café hofft, dass trotz der Algen wieder mehr Gäste kommen.
Ines Plöhn vom Luisenbad-Café hofft, dass trotz der Algen wieder mehr Gäste kommen.
 

Die Rettungsschwimmer indes haben zurzeit nur wenig zu tun. Denn das Badeverbot hat sich längst in Schleswig herumgesprochen. Zudem wurden Warnschilder aufgestellt. „Es gibt aber immer mal wieder Leute, die nicht Bescheid wissen. Die holen wir dann schnell aus dem Wasser“, sagt DLRG-Helfer Finn-Niklas Rathjen. Zu diesen Unwissenden gehörte gestern Mittag Tatjana Baumtrock. „Schade, dass man bei diesem Wetter nicht schwimmen kann“, meinte die 27-jährige Jagelerin, die stattdessen das Bad in der Sonne genoss – und zwar ganz allein. Denn weit und breit war kein anderer Badegast zu sehen.

Genau das wiederum macht den Betreibern des Luisenbad-Cafés zu schaffen. Seitdem das Badeverbot gilt, mache man rund ein Drittel weniger Umsatz. „Sonst ist deutlich mehr los. Wir hoffen deshalb, dass der Spuk bald vorbei ist“, sagt Mitarbeiterin Ines Plöhn, die gleichzeitig betont: „Aber es ist ja trotz der Algen ein toller Platz hier mit schönem Blick.“

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