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Schleswiger Nachrichten

18. Oktober 2017 | 14:03 Uhr

Schleswig : Blattkritik mit Ralf Stegner

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

SPD-Landesvorsitzender besucht SN-Redaktion – und mahnt die Stadt zur Eile in der Theater-Frage.

Angriffslustig, wie man ihn kennt, präsentierte sich Ralf Stegner gestern Abend beim Besuch in der SN-Redaktion. Dabei ließ sich der SPD-Landesvorsitzende auch von einer heftigen Erkältung, die ihm sichtbar zu schaffen machte, nicht stoppen. Bei der Blattkritik hielt er sich zwar noch vornehm zurück, doch insbesondere als er auf die Misere rund um den Neubau eines Theaters an der Schlei angesprochen wurde, nahm Stegner Fahrt auf: „Es würde mich freuen, wenn man in Schleswig mal anfängt, weniger mit dem Finger auf andere zu zeigen und überzogene Forderungen zu stellen und stattdessen ein realistisches und finanzierbares Konzept für einen Neubau auf den Tisch legen würde.“

Dabei betonte Stegner zwar, dass das Land – trotz anders lautender Meldungen – noch immer bereit sei, der Stadt zu helfen, um doch noch eine tragfähige Lösung (etwa in Form einer multifunktionalen Stadthalle) zu finden. Er mahnte aber zur Eile: „Die Tür schließt sich langsam.“ In erster Linie, so betonte Stegner mehrfach, gehe es ihm aber um den Erhalt des Landestheaters als Ganzem. „Schleswig hat mit dem Ausschlagen der Hesterberg-Lösung eine Riesenchance vertan. Das wird man hier eines Tages noch bereuen. Aber jetzt gilt es, diesen Fehler auszubügeln“, meinte Stegner.

Klare Worte fand der SPD-Chef auch zum Thema G  8/G  9, das in Schleswig an Brisanz gewonnen hat, nachdem sich die Anmeldezahlen an der Lornsenschule (G8) im Vergleich zum Vorjahr halbiert haben, während sich die Domschule (G9) nach wie vor eines starken Zuspruchs erfreut. Vielleicht habe die Lornsenschule seinerzeit einen Fehler gemacht, als sie sich für das Abitur nach zwölf Jahren entschieden habe, meinte Stegner. Um neues Chaos in der Bildungspolitik zu verhindern, sei ein Umschwenken auf G  9 aber ausgeschlossen. „Das ist der Preis der Demokratie und für mich politische Glaubwürdigkeit.“ Stegner kündigte an, der Lornsenschule bei Gelegenheit einen Besuch abzustatten, um sich die Probleme von den Betroffenen schildern zu lassen.

Gemeinsam mit der Schleswiger SPD-Landtagsabgeordneten Birte Pauls war der Partei- und Fraktionsvorsitzende gestern Nachmittag durch deren Wahlkreis gereist und hatte das Förderzentrum Schleswig-Kropp und die Autobahnmeisterei in Schuby besucht. Dem Förderzentrum bescheinigte er „große pädagogische Klasse“. Den Mitarbeitern der Autobahnmeisterei nahm Stegner die Angst vor einer möglichen Privatisierung.

 

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