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Schleswig : Bizarrer Streit um eine Telefonrechnung

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ärger mit dem Telefonanbieter – das scheint inzwischen fester Bestandteil des Alltagslebens im 21. Jahrhundert zu sein. Aber was Claudia Gellesch (46) jetzt erlebt hat, das ist ein ganz besonderes Stück aus dem Tollhaus.

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erstellt am 30.Mai.2014 | 12:15 Uhr

Schleswig | Ärger mit dem Telefonanbieter – das scheint inzwischen fester Bestandteil des Alltagslebens im 21. Jahrhundert zu sein. Aber was Claudia Gellesch (46) jetzt erlebt hat, das ist ein ganz besonderes Stück aus dem Tollhaus: Die Telefongesellschaft O2 schickt ihr Mahnungen, droht mit einem Inkasso-Büro und einem Schufa-Eintrag, um 79,88 Euro einzutreiben, von denen dieselbe Telefongesellschaft längst eingeräumt hat, dass sie die Summe nur versehentlich in Rechnung gestellt hatte. Die Schleswigerin hat bereits einen Anwalt eingeschaltet. Auch das hat nicht geholfen.

Aber der Reihe nach: Anfang des Jahres kündigte Claudia Gellesch ihren Festnetz- und Internet-Vertrag bei O2. Sie suchte einen günstigeren Anbieter. Ein Kundenbetreuer meldete sich bei ihr und machte ihr ein verlockendes Angebot: ein günstigerer Monatstarif, ein neuer Wlan-Router gratis – und 50 Euro Gutschrift. Als dann im April die neue Rechnung kam, musste sie dreimal hinschauen, so verwirrend waren die Zahlen für sie. Aber am Ende war sie sich sicher: Sie sollte weiterhin den höheren Monatsbetrag zahlen, und der versprochene Gratis-Router kostete 49,99 Euro plus 9,99 Euro für den Versand. Soweit nichts Besonderes. „Bei Vertrags-Veränderungen muss man sehr genau aufpassen. Da geschehen häufig Fehler“, sagt auch Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Claudia Gellesch beschwerte sich. Und schien Erfolg zu haben. O2 räumte den Fehler sofort ein. Doch damit begann das Abenteuer erst. Denn sie ging zur Bank und ließ das Geld, das bereits von ihrem Konto abgebucht worden war, wieder zurückholen. Das ist bei einer Einzugsermächtigung problemlos möglich, wenn man sich schnell genug meldet.

Aber in der Welt von O2 ist so etwas offenbar nicht vorgesehen. Die Telefongesellschaft wollte das Geld nicht zurückzahlen, sondern als Gutschrift von zukünftigen Rechnungen abziehen.

Das allein fand Claudia Gellesch schon seltsam: „Ich bin doch nicht das Kreditinstitut von O2.“ Noch seltsamer aber findet sie, wie es seither weitergegangen ist. Vor wenigen Tagen erhielt sie ihre zweite Mahnung: Bis zu heutigen Freitag soll sie nicht nur die 79,88 Euro zahlen – die O2 ihr dann ja auf späteren Rechnungen gutschreiben wird – sondern außerdem Mahngebühren. Insgesamt 111,35 Euro. Andernfalls werde man ihren Telefonanschluss sperren, die Forderung an ein Inkasso-Büro übergeben und ihre Daten an die Schufa melden.

Die O2-Pressestelle hat auf Anfrage der Schleswiger Nachrichten angekündigt, dem Fall nachzugehen. Bislang ohne Ergebnis.

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