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Ungewöhnliches Hobby : Bits, Bytes und Rassegeflügel

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Wenn der 21-jährige Laurent Nielsen nicht an der Uni Informatik büffelt, geht er einem ungewöhnlichen Hobby nach: Seit neun Jahren züchtet er Hühner und gewann mit seinen Amrocks bereits mehrere Preise.

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erstellt am 22.Okt.2013 | 07:45 Uhr

In der Universität zerbricht er sich den Kopf über Internet-Technologien und Software, zu Hause warten seine Hühner auf ihn. Informatik-Student Laurent Nielsen hat ein außergewöhnliches Hobby: Er züchtet Rassegeflügel. Vor neun Jahren hat er damit begonnen und kann sich nun ein Leben ohne seine Hühner nicht mehr vorstellen. Damit er Zeit mit ihnen verbringen kann, studiert er in Flensburg, obwohl er auch gerne in eine andere Stadt gegangen wäre.

In Kontakt mit den Tieren ist der 21-Jährige durch seinen Großvater gekommen, der einen Bauernhof mit Lege-Hennen besitzt. Seine Schwester und er bekamen als Kinder jeder ein „eigenes“ Huhn, um das sie sich kümmerten. Als Nielsen 13 Jahre alt war, begann er, sich für die Zucht zu interessieren und informierte sich über die verschiedenen Rassen. Die Wahl fiel schnell auf die Amrocks, die sich besonders gut für Anfänger eignen. „Sie haben eine schöne Farbe und sind etwas korpulenter“, begründet der 21-Jährige die Entscheidung. „Mit kleineren Tieren kann ich nichts anfangen.“ Durch eine Projektarbeit in der Schule ist er auf seinen jetzigen Verein, den Rassegeflügelzüchterverein Cimbria Flensburg aufmerksam geworden. Dort trat er vor sieben Jahren ein und nimmt seitdem an den monatlichen Treffen teil. Die Sitzungen helfen ihm, Fehler bei seiner Zucht auszumerzen und er freut sich über die vielen Ratschläge seiner Vereinskollegen.

Seine Eltern waren mit diesem besonderen Hobby ihres Sohnes einverstanden. Sie sind besonders glücklich über die regelmäßigen Frühstückseier. Dem Vater gefiel es damals, dass der Sprössling seine Freizeit nicht vor dem Computer oder Fernseher verbrachte. „Heute möchte er aber, dass ich mich um mein Studium kümmere und nicht den ganzen Tag bei den Hühnern sitze“, sagt Nielsen und lacht. Die Unterstützung der Familie sei sehr wichtig, denn die Rassegeflügelzucht ist aufwändig und kostspielig. Außerdem benötigt man viel Platz für die Tiere. Am Anfang hielt er die Hühner im Garten, doch schon bald siedelte er sie auf den Hof des Großvaters um. Das war auch besser, denn am Jahresanfang hat er schon mal bis zu 70 Küken.

Mit der Zucht seiner Amrocks ist er das ganze Jahr über beschäftigt. Nach der Brutzeit im Frühjahr beginnt die Kükenaufzucht – die Zeit, die für den jungen Mann etwas ganz Besonderes ist. Dort zeigt sich nämlich, welche der kleinen Hühner sich für die Geflügelschauen im Herbst eignen. Da Nielsen nicht alle Tiere behalten kann, sortiert er jene aus, die nicht den Merkmalen des Rassegeflügelstandards entsprechen. Die anderen werden für die Wettbewerbe vorbereitet. „Damit ein Tier die bestmöglichen Merkmale aufweist, muss es richtig gefüttert und gepflegt werden“, sagt der Informatik-Student. „Außerdem ist es wichtig, dass sie viel Auslauf haben, sonst entwickeln sie sich nicht so gut.“ Neben dem äußeren Erscheinungsbild wird der körperliche Zustand bewertet. Erst kürzlich wurden Nielsens Amrocks ausgezeichnet, unter anderem bei der Jungtierbesprechung von Cimbria Flensburg. Über diese Erfolge freut sich der Medelbyer besonders, denn sie würden ihm zeigen, dass er etwas erreicht habe.

Auch in Zukunft möchte der 21-Jährige Hühner züchten. „Zeit dafür werde ich immer haben, aber der Platz ist das größte Problem“, sagt er. „Ich hoffe aber, dass mein Opa mich bei der Pflege noch lange unterstützt.“

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