Bio-Eier aus Selk und Wittensee - aber nicht in allen Supermärkten kennt man die Bezugsquellen

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27. Februar 2013, 11:06 Uhr

Schleswig | Das Regal mit Eierkisten im Edeka-Markt Jensen ist prall gefüllt. Produkte aus Freiland-, Boden- und Bio-Haltung bietet der Lebensmittelladen im Friedrichsberg an. Abteilungsleiter Stefan Schorr weiß genau, wo seine Produkte herkommen. "Wir werden vom Hof Wittensee beliefert", erzählt er und zeigt auf die Info-Schilder, die den Kunden verdeutlichen, dass sie echte regionale Erzeugnisse kaufen. Dass die Menschen vermehrt zu Bio-Eiern greifen, kann er bis jetzt nicht bestätigen.

Die Bio-Eier stehen jedoch seit einigen Tagen in der Kritik, denn in Niedersachsen kamen Millionen Stück mit einer falschen Kennzeichnung in den Verkauf. Einige von Schleswigs Supermärkten haben deswegen keinen Grund zur Sorge, doch andere wissen nicht, wo ihre Eier produziert werden. Rewe-Pressesprecher Andreas Krämer erläutert auf Anfrage der SN, dass das Unternehmen "in ständigem Austausch mit seinen Lieferanten, dem Bio-Anbauverband Naturland sowie den Kontrollstellen steht, um sofort im Sinne der Kunden handeln zu können." Aus welcher Region die Eier angeliefert werden, konnte er unserer Zeitung nicht sagen.

Der Naturmarkt mit Chefin Marianne Kirchschläger stellt Flyer bereit, die den Bauernhof der Lieferanten Babette und Claus Andresen aus Selk präsentieren. Sie merkt schon seit längerer Zeit, dass sich die Menschen immer mehr für Bio-Artikel entscheiden. Die Nachfrage sei nach dem Skandal jedoch nicht weiter gestiegen. Ihrer Meinung nach gibt es ein weiteres Problem. "In vielen anderen Produkten sind Spuren von Eiern enthalten", sagt sie. "Wie soll man da feststellen, ob auch wirklich die richtige Sorte verwendet wurde?"

Elvira Korioth vom Reformhaus bestätigt, dass Bio-Lebensmittel "ein großes Thema sind". Der Laden im Stadtweg bekommt seine Eier vom hessischen "Mustergeflügelhof Leonhard Häde". Regelmäßige Kontrollen würden die Qualität bestätigen, worauf sich die Kunden verlassen könnten. Wo Bio draufstehe, sei auch Bio drin, versichert sie.

Einer Mitarbeiterin des Netto-Marktes ist aufgefallen, dass auch ihre Kunden vermehrt Bio-Eier in den Einkaufswagen legen. Woher die Produkte stammen, ist ihr aber unklar. "Wir haben uns mehrmals danach erkundigt, aber es kam keine Antwort", erzählt sie.

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