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Schleswiger Nachrichten

12. Dezember 2017 | 05:58 Uhr

Schleswig : Billig-Tankstellen auf dem Vormarsch

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Aral zieht sich aus Schleswig zurück: Die Süderbraruper Team AG übernimmt die Tankstelle an der Hühnerhäuser-Kreuzung.

von
erstellt am 21.Okt.2014 | 07:41 Uhr

Aus Blau-Weiß ist Grün-Orange geworden: Mit der Übernahme der Aral-Station an der Kreuzung Hühnerhäuser hat die Team AG ihre Vormachtstellung auf dem Schleswiger Tankstellen-Markt weiter ausgebaut. Drei der neun Tankstellen werden nunmehr von dem Unternehmen aus Süderbrarup betrieben. „Schleswig haben wir jetzt sehr gut abgedeckt“, freut sich Arnd Luther, Vertriebsleiter Tankstellen bei Team. Weitere Übernahmen in der Schleistadt schließt er nicht aus. „Wir verfolgen eine expansive Strategie“, so Luther. Erst vor kurzem hat Team in Flensburg eine Tankstelle neu gebaut, ein weiterer Neubau an der Förde ist fürs nächste Jahr geplant. In ganz Schleswig-Holstein gehören mittlerweile 38 Tankstellen und 22 Tankautomaten zum Unternehmen. In anderen Bundesländern ist Team mit weiteren 31 Stationen und 18 Automaten vertreten.

Die Aral-Tankstelle an der Flensburger Straße hatte die Team AG zum 1. Oktober vom langjährigen Besitzer Manfred Wilms gekauft. Getankt werden kann dort zwar schon, die Umbauarbeiten laufen aber noch. An diesem Donnerstag soll der Shop seinen normalen Betrieb aufnehmen. In der nächsten Woche werde dann die neue Waschstraße eröffnen, in die man einen „mittleren sechsstelligen Betrag“ investiert habe, wie Luther erklärte. „Die beiden Vorwäscher bleiben.“

Die Team-Stationen zählen zu den Billig-Tankstellen, Luther spricht von „B-Tankstellen“, die in der Regel pro Liter Sprit einen Cent günstiger seien als „A-Tankstellen“ wie Aral, Esso oder Shell. Der Vertriebsleiter erwartet, den Benzin-Absatz am Standort Flensburger Straße wegen der Preisstrategie im zweistelligen Prozentbereich steigern zu können.

Mit der Shell-Station am Gottorfer Damm und der Esso-Station an der St. Jürgener Straße verbleiben in Schleswig nur noch zwei sogenannte Marken-Tankstellen. Dies entspricht dem Trend der Autofahrer, beim Zapfen des im Laufe der Jahre immer teurer gewordenen Treibstoffs genauer auf jeden Cent zu schauen. Harald Steinkraus etwa tankt vor allem an der Team-Tankstelle in Busdorf: „Ich fahre täglich nach Kappeln, wo der Sprit teurer ist. Ich achte auf die Preise und schaue, welche Tankstelle auf meinem Weg liegt.“

Doch was ist eigentlich dran an dem ewig währenden Gerücht, dass der Sprit von den freien Tankstellen schlecht für die Fahrzeuge ist? „Ob Billigsprit oder nicht, macht für die meisten Kunden beim Fahren keinen Unterschied“, sagt Jan Schadewitz vom Autohaus Jordt (Volkswagen). Er weist auf ein anderes Problem hin: „Vom E10-Kraftstoff raten wir grundsätzlich ab, da dieser zu wenig getestet wurde und zu Verharzungen in den Leitungen führen kann.“ Generell sei es „immer am sichersten, ein Fahrzeug mit dem vom Hersteller empfohlenen Kraftstoff zu betanken“, so Schadewitz.

Wird der Preiskampf an den Zapfsäulen die Tankstellen-Landschaft in Schleswig noch weiter verändern? Bei Shell und Esso gibt man sich zurückhaltend. Auf SN-Nachfrage wollte sich gestern vor Ort niemand zu der Frage äußern, ob die Marken-Tankstellen an der Schlei noch eine Zukunft haben.

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