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Jugendhof Scheersberg : Bildungsprojekt wird auf Eis gelegt

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Trotz mündlicher Zusage bekommt die „Scheersberg-Stadt“ keine Förderung – dabei liefen die Vorbereitungen schon auf Hochtouren. 200 Schülern, die sich angemeldet haben, wird jetzt eine Absage geschickt.

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erstellt am 24.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Nach der Euphorie über das Rekordergebnis der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg – mit rund 30 000 Teilnehmern und Gästen im vergangenen Jahr – gab es jetzt einen herben Rückschlag finanzieller Art. Direktor Hartmut Piekatz ist verärgert, denn er musste ein geplantes Großprojekt zur Berufsvorbereitung vorerst auf Eis legen. Der Grund: Fördergelder für den Bereich „Kultur macht stark“ wurden wider Erwarten gestrichen. Die entsprechende Absage erteilte die „Bundesvereinigung kulturelle Jugendbildung“, bei der die Mittel unter der Rubrik „Künste öffnen Welten” beantragt worden waren.

Bislang hatten die Scheersberger damit gerechnet, dass mit einem gewährten Zuschuss von 25000 Euro eine so genannte kulturelle „Scheersberg-Stadt” aus der Taufe gehoben und mit buntem Leben erfüllt werden könnte.

Die Vorbereitungen für das neue Großprojekt waren bereits weit fortgeschritten. Kurz vor den Sommerferien sollte auf dem gesamten Gelände des Scheersbergs für sieben Tage eine Stadt mit kulturellen und handwerklichen Betrieben entstehen, zudem mit einer Bank, einer Agentur für Arbeit und etlichen anderen Einrichtungen. Schüler der achten Jahrgangsstufe aus dem ganzen Kreisgebiet sollten die Möglichkeit erhalten, in Berufe hineinzuschnuppern, erste Kontakte zu knüpfen und den Arbeitsmarkt wie auch den „Arbeitsalltag“ näher zu erkunden und kennenzulernen.

Wie Direktor Piekatz erläutert, seien bereits viele Gespräche mit Unternehmen, Betrieben, Einzelpersonen und Einrichtungen aus dem gesamten Kreis geführt worden. Etliche von ihnen hätten bereits zugesagt, den Schülerinnen und Schülern einen theoretischen und praktischen Einblick in das Arbeitsleben zu geben. 200 Schüler, die sich bereits als „Bürger“ in der Scheersberg-Stadt 2014 angemeldet haben, blicken nun in die Röhre.

Auch Jugendbildungsreferent Boyke Börnsen, der maßgeblich in die Planungen einbezogen war, drückt sein Bedauern über das Scheitern dieses Bildungsvorhabens aus: „Die Absage erfolgte ohne Begründung.“ Man habe die ganze aufwendige Vorarbeit samt der Entgegennahme der Anmeldung von Schulklassen nur deshalb so frühzeitig in die Wege geleitet, weil von der dem Bundesbildungsministerium zugehörigen Bundesvereinigung mit Sitz in Berlin im Vorfeld eine mündliche Zusage zur Projektförderung gegeben worden sei. Dennoch geht seinen Worten nach diese spezielle Arbeit in anderer Form weiter. Bewährte Projekte zur Berufsvorbereitung und -förderung konzentrieren sich auf die Seminarreihe „Start Up – Stärken erkennen und Zukunft gestalten“ und die dreiwöchige „Sommerakademie zur Verbesserung der Chancen auf einen Ausbildungsplatz“.

Piekatz lässt sich trotz des unerwarteten Dämpfers nicht entmutigen: „Die Scheersberg-Stadt bleibt im Fokus und soll nun 2015 erstmalig durchgeführt werden - eine ausreichende Zahl von Sponsoren vorausgesetzt.“



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