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Ausstellung in Kropp : Bilder aus der Zwischenwelt

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Künstler Mario Enke stellt seine von Klee und Feininger inspirierten Werke im Diakoniewerk aus

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 08:23 Uhr

Kropp | "Bilder kommunizieren mit uns, sie eröffnen Dialoge, ich freue mich auf den Dialog mit ihren Werken" - mit diesen Worten eröffnete Pastor Jörn Engler die Ausstellung des Künstlers Mario Enke in der Verwaltung der Stiftung Diakoniewerk Kropp. Der 1948 in Gera geborene Enke, der heute eine Galerie in Lindaunis besitzt, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Töpfer in der ehemaligen DDR, bevor er sich autodidaktisch in die Malerei einarbeitete. "In der DDR hätte ich nichts werden können, ich protestierte denen zu viel", sagte Enke. "Alles das hier ist aus meinen Erlebnissen entstanden", erzählte der Künstler.

Für seine Keramikwerke setzt er eine eigens entwickelte Brenntechnik ein, zur Schöpfung seiner Gemälde benutzt er keinen Pinsel. Inspiriert von der Einteilung des goldenen Schnittes, legt er zunächst ein Raster fest. Dort hinein wird der Bildgrund, der Karton, gefaltet und zerknittert und anschließend wochenlang in ein Ölbad gelegt, bis der Bogen die gewünschte Transparenz hat. Dann schneidet Enke Schablonen oder Scherenschnitte aus, die den Grundformen des Bildinhalts entsprechen. Diese montiert er auf der Rückseite. Anschließend trägt er die Grundfarben auf und reibt und knetet diese solange ein, bis sie auf der Vorderseite erscheinen. "Dadurch entsteht ein 3-D-Effekt, der zur ungewöhnlichen Leuchtkraft meiner Weke führt", erläuterte Enke. Zu seinen Vorbildern zählen Lionel Feininger, Paul Klee und Hermann Glöckner. Aber auch Vater Herbert Enke, ein in der DDR bekannter Künstler, hat Einfluss auf seine Werke.

"Ein Künstler ist ein Medium, auf das Einflüsse einstürzen. Wie ein Transformator macht ein Künstler diese für den Betrachter sichtbar und nachvollziehbar. Manche Bilder malen sich von selber, ich bin nur das Handwerkszeug", so Enke. Er gestaltet aus geometrischen Gebilden fröhliche Artistenwelten und Zirkus-Szenen sowie ernste Werke, die er "Zwischenwelt" oder "Befragung II" nennt.

Eine wichtige Inspirationsquelle sind für Enke Ikonen der orthodoxen Kirche. "Sie sind oft mit Goldmalerei gearbeitet und bringen deshalb eine völlig andere Perspektive des Sehens", erklärt er. In Ostdeutschland geboren und aufgewachsen, kam er Ende der 60er Jahre, während eines abgebrochenen Theologiestudiums mit Ikonen in Berührung. In seinem Werk "Der Bewahrer" ist dieser Einfluss deutlich zu erkennen.

Wer Enkes Symbiose von Keramik und Malerei kennen lernen möchte, hat hierzu noch bis Ende August während der Öffnungszeiten im Verwaltungsgebäude der Stiftung Diakoniewerk Kropp in der Johannesallee die Gelegenheit.

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