Wildblumen Gepflanzt : Bienen-Tankstelle für Treia

Hanna Hansen und Gemeindearbeiter Andreas Hansen sorgen dafür, dass hier bald ein Blüten-Meer entstehen wird.
Hanna Hansen und Gemeindearbeiter Andreas Hansen sorgen dafür, dass hier bald ein Blüten-Meer entstehen wird.

Die Gemeinde hat auf einer Grünfläche über 300 Wildpflanzen gepflanzt – sie sollen zum Überleben der Insekten beitragen.

shz.de von
08. Juni 2018, 12:00 Uhr

Treia wird bienenfreundlicher und hat im Ortszentrum eine Grünfläche mit Wildpflanzen bepflanzt. „Es ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein, das ist mir klar“, gibt Hanna Hansen gerne zu. „Aber es ist ein Anfang, der motivieren soll, Raum für Bienen und andere Insekten zu schaffen.“

Schon lange beschäftigt sich die Gemeindevertreterin und Kreistagsabgeordnete mit dem massiv zunehmenden Bienensterben, das weltweit zu beobachten ist. Schätzungen sprechen davon, dass in Deutschland innerhalb der vergangenen Jahre die Zahl der Bienenpopulationen um zehn Prozent gesunken ist. Schuld daran scheint der Mensch zu sein: industrielle Landwirtschaft mit Pestizideinsatz und Monokultur, Luftverschmutzung und Klimawandel, der schrumpfende Lebensraum, aber auch Krankheitserreger und Parasiten machen den Insekten das Leben schwer. Die Frage nach einer Antwort auf diese Vielzahl negativer Faktoren hat unlängst verschiedene Umweltverbände auf den Plan gerufen.

Ein Ansatz empfiehlt, die Landschaften bienenfreundlicher zu gestalten. Was in Sitzungen und Kommissionen am runden Tisch noch beraten wird, ist in Treia bereits Realität geworden. „Ich habe im Kreistag vom Projekt BlütenMeer 2020 gehört, das solche Anpflanzungen fördert“, erzählt Hanna Hansen. Sofort war sie begeistert und holte sich als Vorsitzende im Ausschuss für Dorfgestaltung und Pflege die Zustimmung ihrer Mitglieder. Im Grunde ist die Anlage einer „Insekten-Tankstelle“ kein Hexenwerk. Eine 100 Quadratmeter große Grünfläche wurde durch eine einfache Umgestaltung zum Paradies für Insekten.

„Wir haben rund 300 Wildpflanzen in die Erde gebracht, darunter Wundklee, Natternkopf und Wiesenmargerite. Dazu kam noch eine Saatmischung aus Wildkräutern und -gräsern“, beschreibt Hanna Hansen. In wenigen Wochen wird die Fläche erblüht sein. Begleitet und unterstützt wurde das Projekt von Wiebke Busch. Die Leiterin der Arche Gärtnerei in Eggebek stellte gemeinsam mit Hanna Hansen und Anneliese Nissen die Auswahl wilder heimischer Arten“ zusammen und half mit ihren Mitarbeitern auch bei der Pflanzung vor Ort.

„Unsere Gemeindearbeiter kommen regelmäßig zum Gießen vorbei, und auch die direkten Nachbarn haben ein Auge auf die noch zarten Pflanzen“, erzählt Hanna Hansen – „nun müssen sie nur noch wachsen“.


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