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Schleswig : Bewegung im Streit um die Schmid-Villa

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Investor Uwe Hahn kündigt Verzicht auf fünftes Wohnanlagen-Geschoss an – und die Bürgerinitiative will noch in dieser Woche 1600 Unterschriften vorlegen.

Während die Gegner der geplanten Wohnanlage auf dem Grundstück der Schmid-Villa davon ausgehen, dass sie genügend Unterschriften für das Bürgerbegehren zusammenbekommen werden, fand in dieser Woche hinter geschlossenen Rathaustüren ein Gespräch zwischen Investor Uwe Hahn und Bürgermeister Arthur Christiansen statt. Das Ziel dabei sei, einen Konsens in Gestaltung und Größe der Wohnanlage am Stadthafen zu erreichen. Dabei habe Uwe Hahn bereits ein Zugeständnis zur Höhe des Wohnprojekts gemacht, erklärte anschließend Christiansen auf SN-Anfrage: „Das fünfte Stockwerk ist vom Tisch.“ Dieser Punkt war zuvor nicht nur vielen Bürgern, sondern auch Kommunalpolitikern ein Dorn im Auge gewesen: Die Anlage sei zu überdimensioniert und füge sich wegen der Höhe nicht in den Rahmen der Altstadt ein, hieß es.

Was die Gestaltung der Wohnanlage anbelangt: Investor und Stadtbauamtsleitung haben sich verständigt, bis zu vier weitere Entwürfe von unterschiedlichen Architekten einzuholen. Christiansen: „Das ist ein weiterer Schritt, um die gegenseitigen Vorstellungen für die Bebauung auf dem Schmid-Villa-Grundstück einander anzunähern.“ Die Vorschläge der Architekten sollen voraussichtlich im nächsten Bauausschuss am 31. März vorgestellt und diskutiert werden. Die Gespräche zwischen Investor und Stadtbauamt werden weiter fortgesetzt, kündigte Christiansen an.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens möchten sich an diesen Gesprächen vorerst nicht beteiligen. „Wir haben erst dann eine Grundlage, wenn wir die Unterschriften eingereicht haben“, sagte Gruppensprecher Ronny Haardt auf SN-Nachfrage. Dann sei es an der Ratsversammlung zu entscheiden, wie es weitergeht. Lehnt die Ratsversammlung das Bürgerbegehren ab, kommt es innerhalb von drei Monaten zu einem Bürgerentscheid, zu dem alle Schleswiger an die Wahlurnen gerufen werden. Konkret geht es dabei um die Rücknahme des Aufstellungsbeschlusses für einen Bebauungsplan, den der Rat im vergangenen November gefasst hatte. Haardts Hoffnung ist aber, dass die Ratsversammlung sich dem Bürgerbegehren anschließt. „Das wäre der Beginn einer offenen Diskussion über die Frage, was aus dem Grundstück werden soll.“

Ein Abriss der erst 16 Jahre alten Villa wäre auch nach erfolgreichem Bürgerentscheid möglich. Die Schleswiger Stadtwerke hatten die Immobilie im November 2012 für 2,35 Millionen Euro von Sybille Schmid-Sindram, der Ex-Frau des Mobilcom-Gründers Gerhard Schmid, gekauft – im Paket mit einem unbebauten Grundstück am Stadthafen, auf dem die Stadtwerke daraufhin ihren neuen Wohnmobilstellplatz einrichteten. Ronny Haardts Mitstreiterin Katrin Herrmann, die direkt neben dem fraglichen Grundstück wohnt, zeigte sich vom Entgegenkommen des Investors unterdessen wenig beeindruckt. „Ob fünf Stockwerke oder vier, das macht doch keinen Unterschied“, sagte sie. Das Problem bleibe die mehrstöckige geschlossene Wohnbebauung am Schleiufer in unmittelbarer Nähe zum Dom. Die Bürgerinitiative wollte sich noch gestern Abend treffen, um alle gesammelten Unterschriften auf ihre Gültigkeit zu überprüfen. Möglicherweise wird sie ihren Erfolg noch in dieser Woche verkünden.

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