Ministerin überreicht Förderbescheid : Berufsschule für Strafgefangene

Beim Rundgang  in der Lehrküche: (von rechts) BBZ-Leiterin Kirsten Lemke, JA-Leiterin Anne Damberg, Ministerin Sabine Sütterlin-Waack sowie die Küchenmitarbeiter Marie Ließmann, Timm With und Küchenleiter Hannes Kirschnick.
Beim Rundgang in der Lehrküche: (von rechts) BBZ-Leiterin Kirsten Lemke, JA-Leiterin Anne Damberg, Ministerin Sabine Sütterlin-Waack sowie die Küchenmitarbeiter Marie Ließmann, Timm With und Küchenleiter Hannes Kirschnick.

Die Zusammenarbeit zwischen der Jugendanstalt und dem BBZ wird fortgesetzt.

shz.de von
27. August 2018, 17:27 Uhr

Als bedeutende Hilfe beim Eingliedern jugendlicher Strafgefangener in die Gesellschaft wertet das Kieler Justizministerium die berufliche Qualifizierung während und nach der Haft. Bei einem Besuch des Berufsbildungszentrums (BBZ) in Schleswig übergab Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) gestern Förderbescheide über jeweils rund 1,1 Millionen für 2018 und 2019 Euro. „Die Vorbereitung auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt während des Vollzugs ist ein wichtiger Baustein für ein Leben ohne Straftaten und in sozialer Verantwortung“, erklärte die Ministerin. Dem BBZ gelinge es, die Fähigkeiten und Kenntnisse der Zielgruppe sowie Bedarf und Möglichkeiten des externen Ausbildung- und Arbeitsmarktes aufeinander zu beziehen. Das BBZ und ihr Vorgänger, die Kreisberufsschule, kooperiert mit der Jugendanstalt seit ihrer Gründung im Jahr 2000 bei der beruflichen Qualifizierung junger Gefangener.

BBZ-Schulleiterin Kirsten Lemke zeigte sich beeindruckt, auf welche Weise die Gefangenen von den Mitarbeitern des Vollzugs und des Zentrums dabei unterstützt werden, ihren Weg zurück in die Gesellschaft zu gehen. „Hier wird hervorragende Arbeit für die Zukunft geleistet“, betonte Lemke. Die Leiterin der Jugendanstalt, Anne Damberg, hob die hohe fachliche Kompetenz des BBZ als Basis der Zusammenarbeit hervor. Die Einrichtung sei „ein anerkannter Bildungsträger über die Region hinaus“. Bedenken von Arbeitgebern gegenüber Bewerbern aus dem Vollzug stehe die hohe Reputation des BBZ gegenüber. Sie sei „froh und dankbar“, dass es dieses Projekt gebe, fügte Damberg hinzu. Projektleiterin Katja Sehrbrock-Wernicke berichtete in diesem Zusammenhang, die Vermittlungsquote habe nie unter 50 Prozent gelegen.

Die Kooperation ist den Angaben aus dem Justizministerium zufolge zunächst bis Ende 2019 gesichert und soll, so wünschen es sich Ministerium, BBZ und Jugendanstalt, darüber hinaus fortgeführt werden. „Ich werde alles daransetzen, dieses Projekt fortzusetzen“, so Sütterlin-Waack. Zudem vertrat die Ministerin gegenüber den SN die Auffassung, dass die Integration von Straftätern immer auch Opferschutz bedeute.

69 Qualifizierungsplätze können in der Jugendanstalt vorgehalten werden. Zu den Maßnahmen gehören zunächst berufliche Eingangsanalysen und danach vorberufliche Qualifizierungen in den Feldern Gastronomie, Holz, Metall, Bau- und Baunebenberufe, Gebäudereinigung und Farbe. Geeignete Teilnehmer werden außerdem auf den Berufsabschluss als Fachkraft in der Gastronomie vorbereitet. Mit EDV-Schulungen, Sprachunterricht und dem Angebot einer Bildungsbegleitung wird das Programm ergänzt, bei Bedarf ist auch eine arbeitstherapeutische Betreuung möglich. Insgesamt sind 19 Mitarbeiter des BBZ in diesem Projekt tä tig.

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