Typisierungsaktion : Bernd hat Leukämie und kämpft um sein Leben

Wollen sich bei allen Helfern bedanken: Ann-Kathrin (v.l.), Helga, Bernd und Kristin.
Wollen sich bei allen Helfern bedanken: Ann-Kathrin (v.l.), Helga, Bernd und Kristin.

Der 65-Jährige ist an einer aggressiven Form der Leukämie erkrankt. Eine Typisierungsaktion findet am 2. Dezember statt.

shz.de von
23. November 2018, 16:41 Uhr

Süderbrarup | Bernd will nicht sterben. Der 65-Jährige aus der Nähe von Süderbrarup kämpft zurzeit um sein Leben. Eine besonders aggressive Form der Leukämie hat seinen Körper befallen. Nach drei Chemotherapien ist eine passende Stammzellenspende seine letzte Überlebens-Chance. Deshalb hat seine Familie am Sonntag, 2. Dezember, von 12 bis 16 Uhr eine Typisierungsaktion der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) in der Nordlicht-Schule organisiert.

„Wir wollen vor der Krankheit nicht kapitulieren“, sagt Bernds Tochter Ann-Kathrin, die wie ihr Vater nur mit dem Vornamen genannt werden möchte, mit entschlossener Stimme. Zu schlecht waren die Erfahrungen der DKMS mit bisherigen Typisierungsaktionen. „Oft wurde in die dann verlassenen Häuser eingebrochen“, sagt Ann-Kathrin.

Es fing mit Blasenschwäche an

Angefangen hat alles kurz nach dem Brarup-Markt: „Mein Vater war immer ein Macher. Er hatte kurz zuvor noch den Teich ausgebaggert, als er plötzlich eine Blasenschwäche bekam“, erinnert sich die 28-Jährige. An Krebs dachte zu diesem Zeitpunkt niemand. „Mein Vater war zunächst beim Urologen.“

Der konnte nichts Auffälliges feststellen. Erst eine Untersuchung im Rendsburger Krankenhaus förderte die Ursache zutage. „Die Blase war mit kleinen Tumoren gefüllt. Zunächst dachten wir an Blasenkrebs.“ Die tatsächliche Diagnose traf die Familie dann aber wie ein Schlag: Aggressive Leukämie. Innerhalb weniger Tage verschlechterte sich Bernds Zustand zusehends. Er wurde von Rendsburg ins Kieler Universitätsklinikum verlegt.

Tagelanges Weinen und Trauern

Die Familie musste lernen, mit der Diagnose umzugehen: „Wir haben tagelang geweint und getrauert“, erzählt Ann-Kathrin von den schlimmsten Tagen in ihrem Leben. Doch auch eines wird schnell klar: „Wir wollen nicht daran zerbrechen und haben der Krankheit den Kampf angesagt.“

Schnell kam die Idee auf, eine Typisierungsaktion für Bernd auf die Beine zu stellen. Die Familie stürzte sich in die Organisation. Mit dabei zahlreiche helfende Freunde und auch Unternehmen. „Wir haben damit niemals gerechnet und sind sehr gerührt, wie viele Firmen und Privatmenschen die DKMS unterstützen möchten“, sagt Ann-Kathrin.

Ann-Kathrin hofft auf Heilung

Doch eines ist ihr besonders wichtig: Wer sich in Süderbrarup typisieren lässt, der hilft nicht nur ihrem Vater, sondern auch anderen Leukämiekranken. „Wir wollen dazu beitragen, dass auch andere, die nicht so viel Unterstützung haben, eine zweite Chance auf Leben bekommen.“

Dass auch Bernd bald geheilt werden kann, daran glaubt Ann-Kathrin ganz fest. Sie freut sich schon darauf, wenn er nach der dritten Chemotherapie wieder nach Hause kommen darf. „Er liebt Autos. Beim letzen Mal sind wir nur kurz tanken gefahren und er hat gestrahlt. Wir wollen uns einfach wieder an solchen Banalitäten erfreuen können.“

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