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Berliner Ensemble überzeugte mit himmlischem Gesang

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erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Schleswig | Bei der reichen Angebots-Palette der Gottorfer Hofmusik-Tage darf die Vokalmusik nicht fehlen. So trat das "Ensemble Voces Berlin" in der historischen Schlosskapelle auf und brachte unter dem Motto "Himmlischen Gesang, so viel du brauchst" Werke aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu Gehör. Im Mittelpunkt stand der Liederdichter Johann Rist (1607-1667), der neben Paul Gerhardt und Martin Luther bedeutendste Kirchenliederdichter. Viele seiner Texte wurden vertont, davon hörte man in der Schlosskapelle eine Auswahl.

Der Abend begann mit Liedern, die auch in heutigen Gesangbüchern zu finden sind. Die vier Künstler sind eben auch Organisten; so konnten sie sich an der Kjærsgaard-Orgel abwechseln, wenn eine Begleitung vorgesehen war. Das Quartett besteht aus Katja Kanowski (Sopran), Karola Hausburg (Alt), Vernon Kirk (Tenor) und Sebastian Schwarze-Wunderlich (Bass). Sie bildeten in idealer Zusammensetzung eine Gruppe, bei der es auf jede Stimme ankommt, aber keine davon hervorsticht.

Eine deutliche Aussprache und eine musikalisch hochstehende Gestaltung zeichneten die Wiedergabe aus. Gelegentlich trat ein Mitglied des Quartetts solistisch auf; z. B. der Tenor V. Kirk mit den Lied "Jesu, der du meine Seele" von Johann Schop (1590-1667). Von Andreas Hammerschmidt (1611-1675) sang die Altistin K. Hausburg "Nun ist die Not fürbei". Sopran (K. Kanowski) und Bass (S. Schwarze-Wunderlich) gestalteten ausgezeichnet "Wach auf, mein Geist, erhebe dich" von J. Schop. So gab es eine überzeugende Mischung aus den unterschiedlichsten Darbietungen, die rundherum erfreute.

Besonders hervorgehoben wurden die Komponisten Heinrich Schütz (1585-1672) und Heinrich Scheidemann (1596-1663). Von Letzterem erklangen auf der Orgel der Choral "In dich hab ich gehoffet, Herr" mit dem Trompetenregister als Solostimme sowie das "Vater unser" nach dem Lutherlied. H. Schütz war vertreten mit dem Kleinen Geistlichen Konzert "Erhöre mich, wenn ich rufe", gesungen von Sopran und Alt. Eine hübsche "Luther-Ballade" unter dem Titel "O Finsterniß, o Tunkelheit" von Thomas Selle (1599-1633) machte besondere Freude. Der lang andauernde Beifall wurde belohnt mit dem Quartett "Verleihe doch, o Gott", dessen Text ebenfalls von Rist stammt.

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