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Poetry Slam : Bereit für den Ansturm der Nachwuchs-Dichter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Jacqueline Lindemeyer organisiert den ersten Poetry-Slam in der Schleswiger Stadtbücherei am 27. März.

Zwischen den Regalen in der Schleswiger Stadtbücherei macht Jacqueline Lindemeyer auf den ersten Blick einen zurückhaltenden Eindruck. Dabei ist sie eine echte Rampensau, die Säle zum Kochen bringt, wenn sie auf Plattdeutsch erzählt, was Elvis Presley mit Albert Einstein und Schrödingers Katze zu tun hat. „Die Leute verstehen es vielleicht nicht, aber finden es trotzdem gut“, sagt die 20-Jährige aus Großjörl, die in der Bücherei derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert.

Schon mehr als 20 Mal stand die brünette junge Frau bei Poetry Slams in ganz Schleswig-Holstein auf der Bühne, nachdem sie vor zwei Jahren als Schülerin auf einer internen Veranstaltung in der Flensburger Goetheschule auf den Geschmack gekommen war. Ursula Nielsen, die Leiterin der Stadtbücherei, hat zwar noch nie einen solchen Dichter-Wettkampf besucht, bei dem die Art des Vortrags mindestens so wichtig ist wie der Inhalt der vorgetragenen Geschichte – sie war trotzdem sofort begeistert von der Idee, in den Räumen der Bücherei einen Poetry Slam auszutragen.

Also machte sich Jacqueline Lindemeyer an die Arbeit. An der Domschule und an der Lornsenschule hat sie bereits Plakate aufgehängt. Das BBZ und die A.P.-Møller-Schule sollen folgen. Teilnehmen dürfen Jugendliche und junge Erwachsene bis 20 Jahre. Am Freitag, 27. März, haben dann bis zu zwölf Nachwuchsdichter jeweils sechs Minuten Zeit, das Publikum zu überzeugen. Angst vor den Reaktionen brauche man nicht zu haben versichert die junge Bücherei-Mitarbeiterin. „Ausgebuht wird niemand.“ Es kann zwar nicht jeder gewinnen, aber ihre Erfahrung aus den Poetry Slams im Lande ist: „Das Gemeinschaftsgefühl unter den Teilnehmern ist überwältigend. Da spielt es keine Rolle, ob man gewinnt oder verliert.“

Dass es in Schleswig und Umgebung genügend Nachwuchs-Dichter gibt, war bereits auf drei Slams zwischen 2011 und 2013 im Plenarsaal des Oberlandesgerichts zu sehen. Diese Reihe der Gesellschaft Justiz und Kultur wird gegenwärtig nicht fortgesetzt. Die Stadtbücherei füllt jetzt also eine Lücke.

Am großen Publikumsinteresse zweifelt Jacqueline Lindemeyer nicht. Als Ursula Nielsen ihr Vorschläge machte, wo sie überall Werbung für die Veranstaltung machen könnte, winkte die FSJlerin ab und sagte: „Lieber nicht, der Platz reicht doch sowieso nur für 100 Leute.“ Moderieren wird die junge FSJlerin selbst. Dass sie das kann, hat sie bereits im vergangenen November bei einer Veranstaltung im Flensburger Kühlhaus bewiesen.

Im August verlässt Jacqueline Lindemeyer die Bücherei. Dann möchte sie studieren. Vielleicht Pharmazie, vielleicht Meereswissenschaften. Ursula Nielsen hofft, dass der Poetry Slam auch ohne die Ideengeberin zu einer regelmäßigen Einrichtung wird.

> Karten für den Poetry Slam am Freitag, 27. März, ab 19 Uhr gibt es im Vorverkauf direkt in der Stadtbücherei, Moltkestraße 1. Schüler zahlen einen Euro, Erwachsene fünf Euro. Wer teilnehmen möchte und höchstens 20 Jahre alt ist, meldet sich per E-Mail an poetryslam@schleswig.de (bis zum 20. März ).

 

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erstellt am 11.Feb.2015 | 17:10 Uhr

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