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Dreiwöchige veranstaltung : Bekommt Schleswig ein Kulturfestival?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein Hamburger Eventplaner will ein internationales Kunstfest auf den Königswiesen etablieren – und hofft auf einen Zuschuss von der Stadt.

von
erstellt am 12.Sep.2017 | 14:00 Uhr

Es soll eine neue Marke für Schleswig werden. Und eine Chance für die Stadt, auch international für Aufsehen zu sorgen. So zumindest stellt sich Manfred Pakusius das Kulturfestival vor, das er ab dem nächsten Spätsommer einmal jährlich auf den Königswiesen veranstalten möchte. Titel: „Norden – the nordic art festival“. Die entsprechenden Pläne stellte der Hamburger Eventmanager jetzt den Mitgliedern des Kulturausschusses vor – und erntete dabei ausschließlich positive Reaktionen.

Schleswig sei „einfach perfekt“ für seine Idee, ließ Pakusius verlauten und erklärte dann ausführlich, warum er sich ausgerechnet für die Schleistadt entschieden habe. „Wir haben uns mehrere potenzielle Veranstaltungsorte angesehen. Aber hier ist es einfach super. Die reiche Geschichte der Stadt, das ist irre. Dazu die Lage mit dem Wasser direkt vor der Nase.“ Das passe wunderbar zu seinem Konzept. Denn zu dem Kunstfestival will er Teilnehmer nicht nur aus Schleswig-Holstein, sondern auch aus allen Ostseeanrainer-Staaten (außer Russland) einladen. „Es wird richtig jung und international“, betonte er, „und bunt“. So sollten die Künstler, die aus Dänemark, Norwegen, Lettland oder Polen anreisen, auf kein bestimmtes Spektrum begrenzt werden. Vielmehr erwarte er einen „Querschnitt aller kulturellen Sparten“ – von Musik über Literatur bis hin zu Design und Straßentheater.

Das alles soll dem Publikum in einem aus vielen Holzhütten bestehenden „nordischen Dorf“ präsentiert werden. Als Austragungsort schwebt Pakusius, der seinen Vortrag gemeinsam mit Geschäftspartnerin Inga-Lisa Doll präsentierte, dabei der westliche Bereich der Königswiesen vor. „Also dort, wo die Wikingertage aufhören“, erklärte er. Mit deren Machern habe er sich im Übrigen bereits ausgetauscht, um mögliche Synergien abzuklopfen. Denn schließlich soll sein Kulturfestival von Ende August bis Mitte September stattfinden. Also direkt nach den Wikingertagen. Außerdem biete der Standort einen weiteren Vorteil: die unmittelbare Nähe zum Luisenbad. „Auch das wollen wir mit einbinden. Diese Location direkt an der Schlei muss einfach dazugehören“, sagte Pakusius, der bereits mit den Betreibern des Cafés über eine mögliche Kooperation gesprochen hat.

Ohnehin, so betonte er mehrfach, sei ihm eine gute Zusammenarbeit mit örtlichen Partnern, etwa den Geschäftsleuten in der Innenstadt, wichtig. Und auch die Schleswiger Bevölkerung soll von dem neuen Angebot profitieren. „Sie bekommen nicht nur ein neues Festival geschenkt, sondern können auch zu vergünstigten Eintrittspreisen dabei sein.“

Damit all diese Träume wahr werden, wird allerdings auch die Stadt ihren Anteil leisten müssen. Denn Pakusius und Doll waren nicht allein deshalb ins Rathaus gekommen, um ihr Konzept vorzustellen. Sondern sie rührten auch ordentlich die Werbetrommel, weil sie sich von der Stadt einen finanziellen Zuschuss erhoffen. Konkret geht es dabei um 10  000 Euro, „aber nur jeweils für die ersten drei Jahre“, wie der Eventmanager betonte. Das Geld sei zwar nur ein kleiner Teil der kalkulierten Gesamtkosten von 300  000 Euro, aber dennoch wichtig. Denn wenn die Stadt grünes Licht gebe, werde dies auch die Aktiv-Region tun, erklärte der 54-Jährige, der sich auf diesem Wege EU-Fördermittel erhofft. Den – deutlich größeren – Rest der benötigten Mittel wolle er über Eintrittsgelder, Sponsoren und Mieten von Catering-Anbietern reinholen.

Klingt alles nach ambitionierten Plänen für eine kleine Stadt wie Schleswig. Das weiß auch Pakusius, wie er betonte. Deshalb kalkuliere man für das Festival, das drei Wochen lang jeweils von Donnerstag bis Sonntag geöffnet sein soll, mit täglich 1000 Besuchern. „Das ist absolut machbar“, meinte er. Als erfahrener Veranstalter mehrerer Großevents wie der Hamburger „Altonale“ oder des „Duckstein Festivals“ in Kiel wisse er, wovon er rede.

Diesen Eindruck hatten offenbar auch die Mitglieder des Kulturausschusses sowie die Vertreter der Verwaltung um Bürgermeister Arthur Christiansen, die an der Sitzung teilnahmen. „Mich persönlich haben Sie begeistert“, sagte etwa die Ausschussvorsitzende Babette Tewes von den Grünen. Harry Heide vom SSW schwärmte von der „Vielseitigkeit“, die das Festival biete, und CDU-Fraktionsvorsitzender Holger Ley sah „nur positive Aspekte“, insbesondere für den Tourismus. Er signalisierte ebenso wie Stephan Dose von der SPD Zustimmung für den Zuschuss von 10  000 Euro. Zumal man ja die Möglichkeit habe, die Vereinbarung nach einem Jahr wieder aufzukündigen. Falls doch etwas schief gehe, sei das Risiko überschaubar, waren sich alle Politiker einig. Das sah auch Bürgermeister Christiansen so. „Es würde mich freuen, wenn das klappt“, sagte er. Besonders „der internationale Ansatz und die frühzeitige Abstimmung mit den Akteuren in der Stadt“ gefalle ihm. Das letzte Wort aber hat die Ratsversammlung.

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