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Schleswiger Nachrichten

17. Dezember 2017 | 22:42 Uhr

„Löwenplay“ : Bekommt Jagel eine Spielhalle?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Firma „Löwenplay“ interessiert sich für die leer stehenden Räume des ehemaligen Kaufmannsladens in Jagel an der B 77.

Es tut sich was am ehemaligen Kaufmannsladen in Jagel. Seit einem halben Jahr steht das Gebäude an der B  77 leer – nun stehen die Zeichen auf Veränderung. Die Firma „Löwenplay GmbH“ aus Bingen in Rheinland-Pfalz hat Interesse an dem Objekt bekundet, um dort ein Casino einzurichten, teilte Bürgermeister Jörg Meier am Montagabend in der Sitzung der Gemeindevertreter mit. Erstaunte Gesichter und ein Raunen ging durch die Versammlung, an der rund 20 Einwohner teilnahmen. Laut Meier hätte die Gemeinde Jagel in der Planung keinerlei Handhabungen oder Mitspracherecht. Stattdessen drohe ein längerer Leerstand des Gebäudes.

„Besser eine Spielstätte als ein acht-, neun- oder zehnjähriger Leerstand. Ich gehe davon aus, dass es hier losgeht“, sagte Meier. Mit der Einrichtung einer Vergnügungssteuer, die in der Gemeinde ab 1. März 2017 in Kraft treten wird, bereitet sich Jagel auf die möglichen Veränderungen vor, die für die Gemeindekasse recht profitabel sein könnten. „Das wären Einnahmen, die wir nicht teilen müssten und die hier in der Gemeinde bleiben. Warten wir mal ab“, sagte Meier. Von der Vergnügungssteuer, die im gemeinsam betriebenen Gewerbepark im Wikingerland erzielt wird, profitieren acht Gemeinden des Amtes Haddeby, insbesondere Busdorf. Einstimmig wurde die Steuererhebung in Jagel auf den Weg gebracht. Ob und wann es mit der Spielstätte losgeht, steht derzeit nicht fest. Die Marketing-Abteilung der Löwenplay GmbH in Bingen hält sich derweil noch bedeckt. Es sei eine Baugenehmigung beantragt worden, heißt es auf Anfrage. „Ob der Standort realisiert werden kann und wo Planungen in der Expansion sind, können wir nicht sagen“, sagte eine Mitarbeiterin des Unternehmens. Rund 320 Spielstätten bundesweit führt „Löwenplay“, das sich seit mehr als 25 Jahren am Markt behauptet. Rund 2300 Mitarbeiter sind in den Casinos und Spielstätten beschäftigt.

Dass es der Gemeinde Jagel finanziell bestens geht, das offenbarte Finanzausschuss-Vorsitzender Horst Damm, der die Zahlen der Schlussbilanz für 2015 und die Haushaltssatzung 2017 präsentierte. „Ein positives Ergebnis und erfreuliche Werte. Es sieht sehr gut aus. Die Zahlen lassen hoffen“. Ein Eigenkapital von 1,2 Millionen Euro und liquide Mittel verschafften der Gemeinde Handlungssicherheit und ein stabiles Polster. Ein Überschuss aus dem Haushalt 2015 von rund 70  000 Euro ergab einen Anstieg der liquiden Mittel auf rund 461  263 Euro. Auch für das laufende Haushaltsjahr werde der positive Trend fortgesetzt, so Damm. Deshalb werde die Gemeinde auf die Erhöhung der Hebesätze in Grundsteuer und Gewerbesteuer verzichten. Diese sind in Jagel auf 240 Prozent (Grundsteuer A und B) sowie 290 Prozent in der Gewerbesteuer festgesetzt. „Wir haben sehr niedrige Hebesätze. Solange wir das finanziell können, bleiben wir bei den alten Hebesätzen“, sagte Damm. Auch an der Hundesteuer, die mit 12 Euro von allen acht Gemeinden in Haddeby am günstigsten ist, wolle man derzeit nicht schrauben. Der Neufassung der Hundesteuersatzung, die eine Streichung der Kampfhundeverordnung vorsieht, wurde einstimmig auf den Weg gebracht.

Weiteres in Kürze:
>Der Auftrag zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung in der Bundesstraße auf LED-Technik wurde an die Schleswiger Stadtwerke vergeben.

>Den städtebaulichen Vertrag zur Erschließung des Baugebietes „Buchenweg“ (B-Plan Gebiet Nr. 4) um neun Bauplätze wurde zugestimmt.

>Die Neufassung der Satzungen über die Erhebung von Abgaben für die zentrale Abwasserbeseitigung wurde lediglich redaktionell geändert – es bestehen keine Veränderungen bei den Gebühren.

>Der Internetauftritt der Gemeinde Jagel ist in Arbeit.

>Der Einnahme- und Ausgabenplan der Freiwilligen Feuerwehr Jagel wurde genehmigt.

>Der Aufhebung des Schulverbandes Haithabu und der Übertragung der Schulträgerschaft auf das Amt Haddeby wurde zugestimmt.

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