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Schleswiger Nachrichten

20. August 2017 | 13:39 Uhr

Schleswig : Bei Nootbaar zieht neues Leben ein

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Immobilienfirma SL-WHV kauft das ehemalige Nootbaar-Gebäude. Die Umbauarbeiten sollen schon Mitte 2016 abgeschlossen sein.

Es ist nach Hertie das zweitgrößte Kaufhaus in der Schleswiger Innenstadt – und es steht noch länger leer. Nun aber scheint, nach einem sechsjährigen Dornröschenschlaf, eine Nachnutzung des Nootbaar-Gebäudes endlich in trockenen Tüchern zu sein. Kürzlich hat die Schleswiger Immobilienagentur SL-WHV das markante Haus im Stadtweg 5 von der Flensburger Makler-Gesellschaft Densch und Schmidt erworben. Bereits Mitte kommenden Jahres sollen die ersten neuen Mieter einziehen. „Das klingt ambitioniert. Aber wir sind optimistisch, dass das klappt“, sagt SL-WHV-Geschäftsführer Carsten Schulz.

Fest steht aber schon jetzt: Die große Lösung, wie von vielen Schleswigern seit Jahren erhofft, wird es dabei nicht geben. Denn, das habe die Nachfrage der vergangenen Jahre bewiesen, es gibt keine Interessenten für die gesamte rund 1400 Quadratmeter große Verkaufsfläche. Deshalb wird der 1979/80 erbaute, wenig ansehnliche Anbau an der Südseite des Gebäudes komplett abgerissen. Der Antrag dafür ist bereits gestellt. Auf dem zum Kälberteich hin ausgerichteten Areal sollen ein Garten sowie Parkplätze entstehen, die zum Teil auch von den Bewohnern und Gewerbetreibenden aus den Nachbargebäuden angemietet werden können.

Das im Jahr 1900 errichtete Haupthaus am Stadtweg hingegen soll – zumindest in seinem äußeren Erscheinungsbild – so gut wie möglich erhalten werden. „Die Farbe wird sicherlich anders. Aber die Form bleibt, wie sie ist. Schließlich steht das Haus unter Denkmalschutz“, erklärt der mit dem Umbau beauftragte Flensburger Architekt Jürgen Naeve. Innen hingegen wird sich einiges verändern. So müssen die beiden Wohnungen im ersten Obergeschoss, die noch bis vor wenigen Jahren genutzt wurden, grundlegend saniert werden. Im zweiten Stock, wo sich eine weitere Wohnung befindet, wird der Aufwand noch deutlich größer sein. Hier sieht es noch aus und riecht es wie in einem Freilichtmuseum. „Dort oben wird es deshalb noch länger dauern, bis wir fertig sind. Auch der Denkmalschutz hat dabei noch ein Wörtchen mitzureden“, so Naeve weiter.

Für das Erdgeschoss hingegen sind die Pläne schon deutlich weiter vorangeschritten. Dies soll weiterhin gewerblich genutzt werden. Rund 190 Quadratmeter Ladenfläche stehen dafür zur Verfügung. Die wiederum sind heiß begehrt, wie Carsten Schulz betont. Er habe dafür „Nachfragen ohne Ende“ und gehe deshalb davon aus, dass er noch im Januar mit einem Mieter Nägel mit Köpfen machen könne. Wer das sein könnte, will er noch nicht verraten. Nur so viel: „Es könnte ein Angebot sein, das wir in Schleswig so bislang noch nicht haben.“ Der Schriftzug „Nootbaar“, der seit Jahrzehnten an dem Gebäude zu lesen war und noch immer ist, werde dann endgültig aus dem Stadtbild verschwinden.

Bürgermeister Arthur Christiansen, der – wie Stadtmanager Rüdiger Knospe – bei den Planungen für die Nachnutzung des traditionsreichen Textilhauses von SL-WHV mit einbezogen wurde, freut sich über „eine gute Lösung für Schleswig“. Denn einerseits werde durch die geplanten drei Wohnungen das Leben im Stadtzentrum gefördert. Andererseits verschwinde ein markanter Leerstand. „Das ist der Beweis dafür, dass Schleswig sich, anders als viele meinen, doch weiterentwickelt.“ Er lobte ausdrücklich den Investor, der offen für neue Ideen und Veränderungen sei, sich dabei aber nicht an überzogene Pläne klammere, sondern sich realistisch am Markt orientiere.

SL-WHV hatte kürzlich auch das große Kauf- und Wohnhaus an der Ecke Schubystraße/Friedrich-Ebert-Straße gekauft. Während der bislang dort beheimatete Baby-Fachmarkt in das ehemalige „Postel & Diercks“-Kaufhaus in der Friedrichstraße umzieht (wir berichteten), zeichnet sich nun auch für das alte Gebäude eine neue Nutzung ab. Dort wird der Rehabilitations- und Behinderten-Sportverband, der bereits seinen Sitz in der Schubystraße hat, eine Fläche von 200 Quadratmetern anmieten.

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erstellt am 11.Dez.2015 | 18:36 Uhr

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