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Schleswiger Nachrichten

22. Oktober 2017 | 10:29 Uhr

Schleswig : Behindertensportler in neuen Büros

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Landesverband der Behindertensportler feiert die Eröffnung seiner Geschäftsstelle in der Friedrich-Ebert-Straße.

von
erstellt am 14.Apr.2017 | 16:58 Uhr

Wolfgang Tenhagen strahlte übers ganze Gesicht. Und das nicht nur, weil der Präsident des Rehabilitations- und Behinderten-Sportverbands Schleswig-Holstein (RBSV) gestern die neue Geschäftsstelle an der Ecke Schubystraße/Friedrich-Ebert-Straße offiziell eröffnen durfte. Denn erstmals in der 65-jährigen Geschichte des Verbandes ließ sich ein Innenminister in den Büroräumen des RBSV blicken. „Darüber freuen wir uns ganz besonders“, betonte Tenhagen.

Der auch für den Sport zuständige Innenminister Stefan Studt (SPD) wirkte peinlich berührt. „Ich kann mich dafür nur entschuldigen“, meinte er angesichts der so späten Premiere. Immerhin war er nicht mit leeren Händen nach Schleswig gekommen. Im Gepäck hatte er einen Förderbescheid in Höhe von 24  580 Euro, den er Tenhagen bei dem kleinen Festakt überreichte. Das Geld ist gedacht zur Ausbildung der Übungsleiter sowie zur Förderung der Landesleistungszentren Fußball, Rollstuhlbasketball, Schwimmen und Tischtennis. „Ihr Engagement für Ihre Mitmenschen verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung“, sagte der Minister an die Adresse von Tenhagen gerichtet. Studt hob die große Bedeutung des Sports für die Gesellschaft hervor. Dies gelte für gesunde und behinderte Menschen gleichermaßen. Und als er von Tenhagen einen Bildband der Paralympics 2016 in Rio de Janeiro überreicht bekam, meinte er: „Gut, dass wir eine Welt haben, in der diese Bilder gezeigt werden und in der auch die Leistungen der behinderten Sportler honoriert werden.“

Sitz des Rehabilitations- und Behinderten-Sportverbands Schleswig-Holstein ist das frühere Möbelhaus Henke.
Sitz des Rehabilitations- und Behinderten-Sportverbands Schleswig-Holstein ist das frühere Möbelhaus Henke.
 

Tenhagen berichtete vom enormen Zulauf in seinem Verband. Zählte der RBSV vor zwölf Jahren rund 150 Vereine mit insgesamt etwa 8400 Mitgliedern, seien es heute 346 Vereine mit mehr als 37  000 Mitgliedern. Eine immer stärkere Säule stelle der Reha-Sport dar, in dem landesweit 17  000 Menschen aktiv sind. Entsprechend stärker sei die Schleswiger Geschäftsstelle gefordert, so Tenhagen. „Es war notwendig, dass wir größere Räume bekommen.“ Als Beispiel führte er an, dass allein zwei Mitarbeiter ausschließlich mit der Abrechnung der Reha-Leistungen durch die Krankenkassen beschäftigt seien.

Im vergangenen November zog der RBSV von seinem bisherigen Domizil schräg gegenüber in der Schubystraße 89c in die neue Geschäftsstelle im ehemaligen Möbelhaus Henke. Im Sommer 2015 hatte die Immobilienfirma SL-WHV das Wohn- und Kaufhaus an der Ecke Schubystraße/Friedrich-Ebert-Straße erworben. Zuletzt war dort das Baby-Fachgeschäft „Flic-Flac“ untergebracht, das mittlerweile in den Friedrichsberg umgezogen ist. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, sagte Tenhagen beim Gang durch die neuen Räume. Statt wie zuvor über 80 Quadratmeter verfüge die Geschäftsstelle nun über eine Größe von 150 Quadratmetern. Auch sei sie nun endlich barrierefrei.

Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich der Sitz des Sportvereins für Gesundheit und Rehabilitation Schleswig (SGR). Der Verein, der auch von Tenhagen geführt wird, war bereits vor gut einem Jahr eingezogen. Der SGR verfügt in dem Gebäude über eine 150 Quadratmeter große Gymnastikhalle.

Schleswig ist nicht nur durch den Sitz des Landesverbands zum Mittelpunkt des Behindertensports in Schleswig-Holstein geworden. In den zurückliegenden Jahren fanden viele herausragende Sportereignisse wie internationale deutsche Meisterschaften der Leichtathletik und internationale Segelwettbewerbe an und auf der Schlei statt. Auch ein Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Dänemark wurde hier ausgetragen. Und im vergangenen Jahr richtete der RBSV im Alleestadion und auf dem Altfeld die Fußball-Meisterschaft der Bundesländer für Menschen mit geistigem Handicap aus. „Dabei ist Schleswig-Holstein deutscher Meister geworden“, betonte Tenhagen gestern stolz.

 

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