Sportfest im Alleestadion : Behinderte Schüler im Goldrausch

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Zum ersten Mal veranstalteten die Dannewerk- und die Peter-Härtling-Schule ein gemeinsames Sportfest. Dabei überraschten vor allem die gut vorbereiteten behinderten Schüler, die alle scharf auf eine goldene Urkunde waren.

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25. Juni 2014, 07:45 Uhr

Sie haben sich seit Monaten darauf vorbereitet. Die Schüler der Peter-Härtling-Schule feierten gestern zusammen mit der Mittelstufe der Dannewerk-Gemeinschaftsschule ein großes Sportfest im Alleestadion. Es war das erste Mal, dass die Veranstaltung von beiden Schulen gemeinsam organisiert wurde. Dabei konnten 500 Schüler im Alter von sieben bis 18 Jahren ihr Sportabzeichen erlangen, das in Gold, Silber und Bronze vergeben wird. Für die Schulen war es ein weiterer Schritt, um die Berührungsängste unter den Schülern abzubauen. Für die Jugendlichen ging es dagegen in erster Linie um die sportlichen Leistungen und das Gefühl dazu zu gehören.

„Hätte man mich nicht darauf angesprochen, wäre es mir gar nicht aufgefallen, dass hier auch geistig behinderte Schüler mitmachen“, sagt zum Beispiel Christian Müller (13) von der Dannewerkschule. Damit verdeutlicht er, wie stark die Mitglieder beider Schulen schon zusammengewachsen sind. Für ihn ist die ganze Veranstaltung, die vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde, ein großer Spaß. Dazu gehört der gemeinsame Sport mit Freunden, Gemüse-Snacks aus den Händen von helfenden Eltern und zum Abschluss am Besten eine Urkunde in Gold.

Dieses Ziel hatte auch Tim Bersch von der Peter-Härtling-Schule vor Augen. „Manchmal bin ich sogar am Wochenende zum Schulgelände gegangen, um dort auf der Laufbahn zu trainieren“, erzählt der 17-Jährige. Für den Weitsprung hatte sich das Training anscheinend gelohnt. Anstatt der für Gold geforderten 2,70 Meter sprang Tim satte 4,50 Meter. „Ich bin voll und ganz zufrieden“, meinte der Förderschüler im Anschluss an seinen Sprung. Auch Jacqueline Olsson (18) und viele andere Förderschüler hatten bereits im Voraus trainiert. „Sport ist mir unglaublich wichtig“, sagt die Schülerin, die in Zukunft auch mit Hand- und Fußballspielen anfangen möchte.

„Wir versuchen alles für die Schüler umzusetzen, was mit unseren Mitteln möglich ist“, sagt Kerstin Günter. Die Sport- und Mathematiklehrerin an der Dannewerkschule kann sich noch weitere Projekte zwischen den beiden benachbarten Schulen vorstellen: „Wir haben jetzt schon viele gemeinsame Projekte wie unsere Vorhabenwoche. Und in Zukunft wollen wir diese Zusammenarbeit noch weiter intensivieren.“

Auch ihre Schulleitung möchte noch weitere integrative Angebote schaffen. „Im künstlerischen und musischen Bereich bieten sich solche Kurse oder Arbeitsgemeinschaften besonders an“, sagt Henning Elbrecht, der der Schulleitung an der Dannewerkschule angehört. „Der Sport bietet dafür aber immer noch die besten Möglichkeiten“, sagt Heidemarie Koch. Die Schulleiterin der Peter-Härtling-Schule organisierte deshalb bereits einen gemeinsamen Lauftag für beide Einrichtungen. Sie weiß, dass Veranstaltungen wie dieses Sportfest, den Weg für weitere gemeinsame Aktionen ebnen. „Außerdem fördert es die Akzeptanz unserer Schüler“.

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