Selk : Begräbniswald: Bäume müssen weichen

Haddebys Gemeindearbeiter Jörg Fiete Hinrichsen (r.) und Christopher Schmidt bereiten das Gelände des zukünftigen Begräbniswaldes am Selker Königshügel vor.
Foto:
Haddebys Gemeindearbeiter Jörg Fiete Hinrichsen (r.) und Christopher Schmidt bereiten das Gelände des zukünftigen Begräbniswaldes am Selker Königshügel vor.

Der kirchliche Friedhofsverband hat noch nicht über den Begräbniswald in Selk entschieden – die Gemeinde schafft schon einmal Fakten.

shz.de von
11. Februar 2018, 12:53 Uhr

Derzeit laufen die Forstarbeiten am Selker Königshügel auf Hochtouren. Im nördlichen Teil der Gedenkstätte plant die Gemeinde einen Begräbniswald für Urnen. Haddebys Gemeindearbeiter Jörg Fiete Hinrichsen und Christopher Schmidt sind seit einigen Tagen dabei, das Gelände für das Vorhaben begehbar zu machen.

Um Übersicht, Sicherheit und Ordnung auf dem Areal zu schaffen, mussten einige Bäume weichen. Dazu wurden Totholz und Äste von den Arbeitern entfernt. Die Erlöse aus dem Holzverkauf durch die Gemeinde Selk wird in die Anschaffung von Hinweisschildern investiert. Das gemeindliche Projekt „Begräbniswald“ schreitet also weiter voran. Was jedoch noch aussteht, ist ein entsprechender Beschluss des Kirchengemeindeverbandes für das Friedhofswesen Schleswig und Umgebung. „Der Gedanke ist noch nicht zu Ende gedacht“, sagte Gesa Jäger-Volk vom evangelischen Friedhofs auf Anfrage. Eine Kostenermittlung habe die Gemeinde Selk noch nicht vorgelegt. Friedhofssatzung und Gebührenordnung wurden ebenso noch nicht aufgestellt.

Kann das Vorhaben Begräbniswald gelingen? Ein Rückblick: Am 3. Februar 2015 legte die Gemeindevertretung mit dem damaligen Bürgermeister Arne Reimer erstmals die Planung zur Errichtung eines Urnenwalds am Königshügel in einer Gemeinderatssitzung vor. Erste Gespräche mit Vertretern der Kirche verliefen positiv. Die Grundstücksangelegenheiten des geschichtsträchtigen Königshügels wurden geklärt, schließlich übertrug der Kreis als Eigentümer im Februar 2016 die Grundrechte und Pflichten an die Gemeinde Selk. Das 6,4 Hektar umfassende Gelände samt Kograben wechselte für den symbolischen Betrag von einem Euro in das Eigentum und damit in die Verantwortung und Pflege der Gemeinde.

Im nördlichen Bereich zur Sichtachse der Kriegsgräberstätte plant Selk drei Gräberfelder für Urnenbeisetzungen. Im Mittelpunkt des Ruheforstes befindet sich eine Hünengrabanlage aus der Steinzeit. Damit die Zufahrt ab Inbetriebnahme für Besucher frei zugänglich ist, soll die Schranke am Parkplatz in südliche Richtung der Gedenkstätte versetzt werden. Jährliche Kosten von rund 7000 Euro plant die Gemeinde für die Pflege und den Unterhalt des Königshügels und des Kograbens ein.




zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen