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Domschule Schleswig : Begabung bedeutet mehr als gute Noten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Gymnasium sichert sichert Status als Kompetenzzentrum und erhält weiter Fördermittel vom Land.

Schon vor sieben Jahren fiel an der Domschule die Entscheidung, dass Schüler mit besonderen Fähigkeiten hier auch besonders gefördert werden sollten. Ein Begabungszentrum wurde ins Leben gerufen, das sich schnell zu einer Erfolgsgeschichte entwickelte – und die jetzt weitergeschrieben wird. Denn das Land hat eine weitere Finanzierung des Projektes zugesagt.

In einem Lernbüro können Schüler ganz individuelle Projekte verfolgen, frei von zeitlichen und thematischen Vorgaben des Stundenplans. „Die eigene Initiative, Begeisterung und natürlich Begabung der Schüler stehen im Vordergrund. Dabei verstehen wir unter einer Begabung aber keinesfalls nur gute Noten“, erklärt Karlheinz Einsle, der stellvertretende Schulleiter. Vera Kernen, die als Beratungslehrerin das Projekt betreut, hat immer wieder beobachtet, dass außergewöhnliche Fähigkeiten sich auf ganz unterschiedliche Art äußern können. „Manchmal langweilen sich Schüler und verhalten sich ganz unauffällig, andere sind ganz offensichtlich unterfordert“, sagt sie. In jedem Fall lohne es sich, genauer hinzusehen und viele Gespräche zu führen. Nur so sei es möglich, eine Begabung zu erkennen und dann auch zu fördern.

Ebenso vielseitig wie ihre Interessen sind dann auch die Themen, die im Lernbüro zu den eigenen Projekten der Schüler werden. Eine Schülerin etwa erstellte jüngst eine Präsentation über erneuerbare Energien. Eine andere verfasste – durch klassische Literatur inspiriert – ihren eigenen Roman, in dem eine weibliche Heldin ihre Persönlichkeit weiterentwickelt. Sehr technisch und mit präzisem Blick für Details ist hingegen der Modellbau einer römischen Therme, mit dem sich ein anderer Schüler kürzlich beschäftigte. Selbstverständlich sollen die gewonnenen Erfahrungen der besonders Begabten allen zugute kommen, und häufig werden ihre abgeschlossenen Projekte im Unterricht der ganzen Klasse vorgestellt. „Das Gemeinschaftsgefühl soll auf keinen Fall abhanden kommen“, betont Einsle.

So waren es dann auch Schüler des gesamten Gymnasiums, die am Donnerstagabend eine Art schulinterne Talentshow unter dem Motto „Domstar“ organisierten, um die weitere Finanzierung des Begabungszentrums durch das Land zu feiern. Selbstverständlich ist die nämlich keinesfalls: In ganz Schleswig-Holstein gibt es nur elf solcher finanziell geförderten Kompetenzzentren, die sich alle drei Jahre aufs Neue bewerben müssen. Gleich zu Beginn der Veranstaltung stieg Maren Stolte vom Ministerium für Schule und Berufsbildung auf die Bühne und überreichte Einsle und seinen Schülern ein Zertifikat, das der Domschule weiterhin den begehrten Status sichert.

Anschließend durfte Stolte verschiedene Tanz- und Gesangseinlagen erleben, deren Ideen teils auch im Begabungszentrum entstanden waren. Auch Vera Kernen war zu Gast bei der nun schon zweiten Ausgabe von „Domstar“. „Bei der Begabtenförderung knirscht es sehr viel weniger als bei anderen Projekten“, resümierte sie. „Meistens muss man den richtigen Schülern nur einen kleinen Stups geben. Dann fangen auch die in ihrem Umfeld Feuer.“

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