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Schleswiger Nachrichten

18. Oktober 2017 | 22:45 Uhr

Holmer Noor : Bedenken gegen Natur-Erlebnisraum

vom

Dämpfer für Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen: Im Bauausschuss musste er seine Beschlussvorlage für einen Natur-Erlebnisraum Holmer Noor wieder einpacken. Er konnte nichts zu den Folgekosten sagen.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 10:32 Uhr

Kritik am Bürgermeister in einer öffentlichen Sitzung im Rathaus – das war jahrelang politischer Alltag in Schleswig. In den vergangenen acht Monaten, seit Arthur Christiansen Bürgermeister ist, war sie nur noch leise zu hören. In dieser Woche im Bauausschuss jedoch zog der Amtschef den Missmut insbesondere der SPD-Fraktion auf sich.

Es ging um das Holmer Noor und den dort geplanten Naturerlebnisraum. Wiebke Sach vom Flensburger Beratungsbüro Oeding hatte einen Plan mit Wanderwegen, Aussichtsplattform, Hundeauslaufplatz und Schautafeln vorgeschlagen. Kosten: Rund 170000 Euro. 70000 Euro davon müsste die Stadt selbst zahlen, der Rest wären Landeszuschüsse.

Steffen Hempel von den Grünen war begeistert. Der Bauausschuss-Vorsitzende Klaus Bosholm (SPD) aber hatte grundsätzliche Bedenken: „Das Holmer Noor hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gut entwickelt, ohne dass wir eingegriffen haben.“ Er sehe keine Notwendigkeit, daran etwas zu ändern. „Naturerlebnisräume haben wir in der Stadt bereits, und zwar satt und segenvoll“, fügte er hinzu.

Kritisch für den Bürgermeister wurde es, als Bosholms Fraktionskollege Jürgen Lorenzen nach den Folgekosten fragte, nach dem Unterhalt für die neuen Wanderwege, nach dem Ersatz für vor sich hin rottende Parkbänke und so weiter. Folgekosten gebe es natürlich immer, antwortete Christiansen. Wie hoch sie sein werden, könne man nicht abschätzen.

Jetzt hakten auch Helge Lehmkuhl (CDU) und Rainer Wittek (SSW) nach. Anders als Bosholm unterstützten sie zwar grundsätzlich die Idee, das Holmer Noor für Besucher erlebbar zu machen, auch sie wollten aber vorher wissen, welcher dauerhafte Unterhalt damit auf die Stadtkasse zukomme. Man könne zumindest bei den Umweltdiensten nachfragen, was der Unterhalt von Wanderwegen pro Meter erfahrungsgemäß koste.

Christiansen musste seine vorbereitete Beschlussvorlage für den Naturerlebnisraum wieder einpacken. Der Bauausschuss gab ihm einstimmig auf, zunächst die Folgekosten zu ermitteln und zudem einen abgespeckten Plan vorzulegen.oje

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