Auf der Freiheit : Baustelle mit Nebengeräuschen

Auf dem Gelände des „Alten Fabrikhofs“ ist der erste Bagger angerückt.
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Auf dem Gelände des „Alten Fabrikhofs“ ist der erste Bagger angerückt.

Auf der Freiheit in Schleswig haben die Arbeiten für ein neues Wohnquartier begonnen / Anwohner kritisieren fehlende Informationen seitens der Stadt.

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11. Juni 2018, 15:38 Uhr

Wenn sich Peter Finger über die Stadt ärgert, dann sagt er meist diesen Satz: „Wir werden belogen und betrogen.“ Als nun in der vergangenen Woche auf dem Gelände des ehemaligen „Alten Fabrikhofs“ im Stadtteil Auf der Freiheit die Erdarbeiten für den Bau mehrerer Mehrfamilienhäuser begannen, kamen ihm schnell wieder diese Worte über die Lippen. Denn als Anwohner wirft Finger Bürgermeister Arthur Christiansen und dessen Verwaltung vor, dass es entgegen aller Versprechungen noch immer nicht zu einer Bürgerversammlung gekommen ist. Dabei habe der Rathaus-Chef bereits im vergangenen Oktober in einer Bauausschusssitzung zugesichert, dass es noch vor Baubeginn dazu kommen werde. Und bei der jüngsten Sitzung des Gremiums am 17. Mai sei dieses Versprechen nochmal bekräftigt worden, so Finger. „Alles Geschwafel“, schimpft er.

Finger beklagt wie andere Bewohner der Freiheit die Verkehrssituation auf den engen Straßen des Stadtteils. „Es gibt keinen Bürgersteig. Wenn die Kinder das Haus verlassen, stehen sie sofort auf der Straße.“ Wenn sich nun schwere Baufahrzeuge auf den Weg zum „Alten Fabrikhof“ machten, werde sich die Lage weiter verschärfen. „Wir sind ja nicht gegen den Bau“, betont Finger, „aber die Verkehrssicherheit muss gewährleistet werden.“ Und da wäre es ganz einfach hilfreich, wenn sich die Verwaltung die Vorschläge der Bevölkerung anhören würde – etwa den, dass man eine Einbahnstraßenregelung schafft. „Sonst brauchen wir doch keine Bürgerbeteiligung. Aber nun laufen die Arbeiten, und der Bürgermeister rührt sich noch immer nicht.“

Nun, ganz regungslos ist Arthur Christiansen dann doch nicht geblieben. Noch während unserer Recherchen ließ der Bürgermeister seinen Sprecher Eric Gehrke bei Peter Finger anrufen und ihm mitteilen, dass die Kommunikation in dieser Frage wohl etwas missverständlich gewesen sei. Bei der nächsten Bauausschusssitzung am 19.  Juni solle ein konkreter Termin für eine Bürgerinfo-Veranstaltung bekanntgegeben werden. Allerdings werde diese nicht vor Ende August stattfinden können.

Gehrke erklärte auf SN-Nachfrage zudem, dass Bauamtsleiterin Manja Havenstein in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung darauf hingewiesen habe, dass der Baubeginn in Kürze starte.

Bürgerinfo hin oder her, Peter Finger und die übrigen Bewohner werden sich auf einen lange währenden Baustellenverkehr einstellen müssen. Da die Firma Manke-Bau aus Henstedt-Ulzburg ihr geplantes Wohnquartier in mehreren Abschnitten realisieren will, dürften vermutlich mindestes fünf Jahre bis zur Fertigstellung aller Gebäude ins Land gehen. Glücklich ist Finger darüber nicht: „Dass das in einem Wohngebiet so lange dauert, finde ich unmöglich.“

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