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Barriere-Frei Routine-Prüfung Redner-Schicksal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Die einzelnen Punkte einer Tagesordnung sind meist kurz und knapp formuliert – und im Idealfall kann man als Leser sogar daraus ableiten, um was es geht. Das ist beim Tagesordnungspunkt 7 der Ratsversammlung vom vergangenen Donnerstag nur teilweise gelungen. „Barrierefreiheit in allen Verwaltungsvorlagen – Antrag der SPD-Fraktion“, so hatte es das Rathaus formuliert. Unter Barrierefreiheit versteht man gemeinhin, dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität keine unnötigen baulichen Hindernisse bewältigen müssen, um zu Behörden, in den Supermarkt oder ins Theater zu gelangen. Aber was hat das mit Verwaltungsvorlagen zu tun, also den Papieren, die der Bürgermeister und seine Mitarbeiter für die Sitzungen der Gremien vorbereiten? Die SPD-Fraktion musste sich erklären. Ihr Anliegen stellte sich als gut und vernünftig heraus. Man wolle künftig bei jedem städtischen Bauvorhaben routinemäßig prüfen lassen, ob die Grundsätze der Barrierefreiheit berücksichtigt worden seien, hieß es. Fritjof Wilken vom „Modernen Rendsburg“ schien diese Erklärung etwas zu enttäuschen. Angesichts der Verwirrung um diesen Tagesordnungspunkt war sein Einwurf jedoch nachvollziehbar. Er hatte angenommen, dass die SPD endlich den Verständnis-Barrieren in den Unterlagen der Stadt den Garaus machen will.

Die Haushaltsdebatte im Rat nahm am Donnerstag viel Zeit in Anspruch, obwohl man sich in der Bewertung des Etats mehrheitlich einig war. Zwei Politiker stachen aus der Masse besonders positiv hervor: Thomas Krabbes (CDU) und Helge Hinz (SPD), die beide ein Redemanuskript in Händen hielten. Sie präsentierten ihre Überlegungen souverän, Krabbes sogar mit rhetorischem Witz. Von beiden könnte Norbert Klan von den Grünen noch viel lernen, der zwar durchaus etwas zu sagen hatte, aber offensichtlich nicht wusste wie. Ohne ein Manuskript vorbereitet zu haben, ließ er seinen Gedanken freien Lauf, stolperte von einem unvollständigen Satz zum anderen – und zog seine Rede durch Wiederholungen in die Länge. Weniger wäre mehr gewesen. Aber kein Manuskript zu haben, war zu wenig.

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