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Diskussion im Netz : Baltic Open Air 2015: „Frei.Wild“-Auftritt spaltet die Gemüter

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Fangemeinde freut sich auf Auftritt der umstrittenen Band beim „Baltic Open Air“ in Schleswig. Andere Musiker gehen auf Distanz

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erstellt am 26.Feb.2015 | 08:04 Uhr

Schleswig | Die Verpflichtung der umstrittenen Südtiroler Deutschrock-Band „Frei.Wild“ als Zugpferd für das „Baltic Open Air“ schlägt hohe Wellen. Im Internet setzte auf der Facebook-Seite der SN gestern früh gleich nach Bekanntwerden der Nachricht eine lebhafte Diskussion ein. Die Fans der Band waren dabei eindeutig in der Mehrzahl. Einige verteidigten „Frei.Wild“ gegen den Vorwurf, rechtsextremes Gedankengut zu transportieren. „Wenn ihr euch mal die Texte anhört und nicht so naiv seid und den Medien glaubt, werdet ihr merken, dass die Band weder rechts noch links ist“, schrieb zum Beispiel „Maddin Nix“. Patrick Neff meinte: „Negativ-Schlagzeilen sind unbegründet.“ Marina Rose hingegen fragte: „Haben wir nichts besseres zu bieten? So eine Band ist ein Aushängeschild für das Niveau dieser Veranstaltung...“

In München meldete sich gestern die Mittelalter-Folk-Band „Schandmaul“ zu Wort. Die Musiker distanzierten sich in vorsichtigen Worten von der Gruppe, mit der sie nun gemeinsam auf dem „Baltic Open Air“ auftreten sollen – und auch von „Veritas Maximus“ mit Kevin Russell, dem Sänger der ebenfalls umstrittenen „Böhsen Onkelz“.

„Die Entscheidung, welche Band für ein Festival gebucht wird, trifft alleine der Veranstalter“, schrieb „Schandmaul“ in einer Erklärung im Internet. „‚Frei.Wild‘ und ‚Veritas Maximus‘ werden nun mal von vielen Menschen gehört. Das kann man gut finden, muss man aber nicht.“ Die Mitglieder von „Schandmaul“, die auch für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus bekannt sind, kündigten außerdem an: „Wir werden unseren Song ,Bunt und nicht braun‘ auch beim ‚Baltic Open Air‘ 2015 im Gepäck haben und ihn dort spielen – unabhängig davon, ob es Einzelnen gefällt oder vielleicht nicht.“

Andernorts ist es schon geschehen, dass Musiker ihre Beteiligung an Festivals abgesagt haben, nachdem sie erfuhren, dass auch „Frei.Wild“ dort auftaucht. Das neueste Beispiel kommt aus dem fränkischen Geiselwind, wo die Südtiroler im Juni spielen werden. Für das „Baltic Open Air“ hat es bislang keine Absagen gegeben. „Schandmaul“ begründet die Entscheidung, trotzdem nach Schleswig zu kommen, folgendermaßen: „Solange die musikalischen Inhalte nicht gegen Gesetze verstoßen, muss eine lebendige demokratische Gesellschaft dieses ertragen können, auch wenn dies nicht immer einfach ist.“

Auf dem „Baltic Open Air“ am 28. und 29. August auf der Freiheit treten unter anderem „Uriah Heep“, „Eisbrecher“, „Extrabreit“, „Fiddlers Green“ und die Rammstein-Coverband „Völkerball“ auf.

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