Schleswig : „Baltic Highland Games“: Nur für echte Kraftpakete

Sylvana Bomholt ist Deutsche Meisterin der Highland Games.
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Sylvana Bomholt ist Deutsche Meisterin der Highland Games.

Mehr als 6000 Besucher sorgen für eine erfolgreiche Neuauflage der Baltic-Highland-Games. Heusack-Hochwurf und Baumstammwerfen als Disziplinen.

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26. Mai 2015, 07:16 Uhr

An Pfingsten war Schleswig wieder fest in schottischer Hand: Schon von Weitem wies die blau-weiße Flagge, die gut sichtbar auf einem großem Sandhaufen gehisst wurde, auf die zweiten Baltic-Highland-Games auf der Freiheit hin. Die von der „Clan Mackenzie Society of Germany“ und dem Baltic-Eventmanagement organisierten Wettkämpfe mitsamt schottisch-keltischen Marktständen und einem passenden Rahmenprogramm – von Irish-Dance bis zu den „Hamburg Caledonian Pipes and Drums“ – lockten erneut über 6000 Besucher an.

Vorbild sind die schottischen Highland-Games, die aus der Zeit der keltischen Könige stammen, und bei denen einst die schnellsten und stärksten Männer ermittelt und danach zu Leibwächtern oder Boten ernannt wurden. Heute sucht Königin Elisabeth II. ihr Personal zwar eher per Stellenanzeige, dem weltweiten Siegeszug der Spiele mit Volksfestcharakter tat das aber keinen Abbruch. Das zeigte sich auch in Schleswig, wo die 13 Wettkämpfer bestens aufgelegt waren. Sie machten es Richter David Laing nicht leicht, einen Gewinner zu finden. Neben Stein-Stoßen („Putting the Stone“) und Heusack-Hochwurf („Sheaf Toss“) raubte vor allem die Königsdisziplin Baumstammwerfen – auch „Tossing the Caber“ genannt – dem Richter den letzten Nerv. Ständig musste er seinen Stock heben und „100 Prozent“ rufen: Dann war es einem Teilnehmer gelungen, den fünf Meter langen und 35 Kilo schweren Baumstamm so zu werfen, dass er sich überschlug und genau auf „12 Uhr“ liegen blieb. Am Ende gab es ein entscheidendes Duell: Nachdem Kontrahent Dave Bräsel mit 90 Prozent vorgelegt hatte, gelang dem Kieler Tobias Habisch beim dritten und letzten Versuch ein „hundertprozentiger“ Wurf – er gewann. Mit ersten und dritten Plätzen beim Steinstoßen und Heusack-Hochwurf sicherte er sich den Gesamtsieg. „Das hat richtig Spaß gemacht“, meinte der Drittplatzierte vom Vorjahr.

Er wird nächstes Jahr Gelegenheit bekommen, seinen Titel zu verteidigen, kündigte Marc Prause von der „Clan Mackenzie Society“ an. Denn mit dem Verlauf der zweiten Baltic-Highland-Games „sind wir sehr zufrieden“. Es sei beim Publikum gut angekommen, dass Amateure an den Wettbewerben teilgenommen hätten. Der einzige Profi, die zweifache Deutsche Meisterin der Highland-Games, die 41-jährige Sylvana Bomholt, startete als „Werbefigur“ für die Frauengames außer Konkurrenz. „Eigentlich wollten wir dieses Jahr schon Wettkämpfe für Frauen anbieten, aber die Nachfrage war nicht so gut“, bedauerte Prause. Doch mit Bomholts Unterstützung hoffe man, im nächsten Jahr auch Frauen für die Baltic-Highland-Games gewinnen zu können.

Wo genau diese stattfinden, ist übrigens noch nicht klar: Dieses Jahr hatte die Stadt den Platz am ehemaligen Offizierscasino nicht freigegeben – „da wurde wohl neuer Rasen gesät“, so Prause, daher sei man auf die Freifläche neben der „Heimat“ ausgewichen. Doch eines steht fest: „Die nächsten Baltic-Highland-Games sind wieder auf der Freiheit.“

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