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Schleswiger Nachrichten

24. September 2017 | 21:16 Uhr

Schleiregion : Balance zwischen Natur und Tourismus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Naturpark Schlei verdoppelt in diesem Jahr die Zahl seiner Erlebnis-Angebote und will den Umweltschutz verbessern.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Sanfte Hügel, von zahllosen Knicks begrenzte Raps- und Getreidefelder, Sandstrände und versteckte Badebuchten zeichnen die Schleiregion aus. Die Ufer des Meeresarms sind Brut-, Rast- und Überwinterungsreviere für zahlreiche gefährdete Vogelarten. Um die Natur entlang der Schlei zu schützen und gleichzeitig für Einwohner und Touristen erlebbar zu machen, wurde 2008 der Naturpark Schlei ins Leben gerufen. Daraus erwachsen sind mittlerweile viele kleine und ein paar große Projekte, die auch in diesem Jahr weiterentwickelt werden sollen.

Bewährt haben sich, so Naturpark-Geschäftsführer Ulrich Bendlin, die Landschafts- und Naturführer, die in diversen Gemeinden ihre Dienste anbieten. Bewährt habe sich auch der Prospekt mit den Naturerlebnis-Veranstaltungen, sagt er. „Das kommt super an.“ Ergänzt wird das Angebot durch einen digitalen Veranstaltungskalender im Internet, der im vergangenen Jahr eingeführt wurde. Diese Angebote gelte es nun auszubauen und weiter zu vernetzen. Der Prospekt „Naturerlebnis 2014“ wird etwa doppelt so viele Angebote wie im Vorjahr enthalten, darunter auch die Veranstaltungen der Landschaftsführer sowie Angaben über Ferienunterkünfte und Vermieter, erklärt Kirsten Giese, zuständig für den Prospekt. Erscheinungstermin: Ende April. Er soll unter anderem in Touristinformationen, Gaststätten, Geschäften und Bioläden ausgelegt werden.

Sehr gut angekommen ist im vergangenen Jahr die ökologische Schleischiffstour. In diesem Jahr werden gleich neun Schlei-Touren mit der Barkasse „Hein“ unter dem Motto „Besuch beim Holmer Fischer“ angeboten. Höhepunkt der Tour wird eine Begegnung mit einem Fischer auf der Schlei sein, der über seinen Beruf und die Natur berichtet.

Weitere Highlights sind Foto-Exkursionen, Fackelwanderungen, Moorbegehungen bei Tag und bei Nacht, Fledermausbeobachtungen, Besuche im Naturschutzgebiet Reesholm bei Schleswig und Wanderungen durch den Idstedter Forst sowie literarische Streifzüge durch die Natur. Wieder geben wird es die Vortragsreihe im Naturerlebniszentrum Maasholm zu wissenschaftlichen Themen wie: „Der Ozean als Müllhalde“ oder „Die kontrollierte Vernässung der Geltinger Birk“. In Maasholm werden auch das beliebte Bernsteinschleifen für Kinder angeboten und die Veranstaltungen „Steinkunde und Strandfunde“ und „Was zappelt im Kescher“. Auch die Ekenisser Naturdetektive – ebenfalls ein Angebot für Kinder – begeben sich im Sommer wieder auf die Spur von Naturphänomenen. „Es geht darum, auch die kleinen Angebote in der Region spannend zu gestalten“, sagt Bendlin.

Als großes Projekt wurde unlängst auf den Weg gebracht: Eine so genannte Lokale Aktion mit der Aufgabe, für das nördliche Schleiufer einen Naturschutz-Managementplan zu entwickelt. Ziel ist es, eine Bestandsaufnahme der Lebensräume an der Schlei vorzunehmen, Entwicklungspotenziale zu ermitteln und gegebenenfalls gemeinsam mit den regional aktiven Interessengruppen in Gang zu setzen. Das Vorhaben erstreckt sich über Maasholm, Rabel, Kappeln, Arnis, Grödersby, Rabenkirchen-Faulück, Boren, Ulsnis, Goltoft, Brodersby, Schaalby bis nach Schleswig. Mit der Umsetzung soll in diesem Jahr begonnen werden.

„Wir versuchen die Balance zu halten – die Natur zu verbessern und touristisch in Wert zu setzen“, sagt Peter Martin Dreyer, Vorsitzender des Naturparks Schlei. Dessen Steckenpferd ist das Pflanzen von Bäumen. „Doch da der Naturpark selbst besitzlos ist, können wir nicht direkt zur Waldbildung beitragen“, sagt Dreyer. Er will in diesem Jahr versuchen, möglichst viele Gemeinden dazu zu bringen, auf ihrem Land Naturparkbäume zu pflanzen.



>Die Angebote beginnen Ende April. Näheres im Internet unter www.naturparkschlei.de

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