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Schleswiger Nachrichten

18. Oktober 2017 | 02:26 Uhr

Schleswig : Bahnhofsmission sucht Verstärkung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Drei ehrenamtliche Mitarbeiter halten den Betrieb der Schleswiger Bahnhofsmission aufrecht – zu tun haben sie reichlich.

von
erstellt am 28.Jan.2016 | 07:33 Uhr

Drei Männer sind noch übrig. Georg Niedziella, Volker Schlüter und Klaus-Dieter Nothdurft sind die Schleswiger Bahnhofsmission. „Wir könnten gut etwas Nachwuchs gebrauchen“, sagt Niedziella. Denn zu tun gebe es genug, sagt der ehemalige Lehrer aus der Bruno-Lorenzen-Schule. Im vergangenen Jahr half die Bahnhofsmission 10  400 Reisenden in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Das ist ein deutlicher Anstieg. Im Jahr 2014 zählten Niedziella und seine Kollegen nur 7354 Personen.

Ein Großteil der Einsätze fällt unspektakulär aus. Zum Beispiel begleiten die Helfer oft Jugendgruppen. Mehrmals täglich unterstützen sie aber auch Behinderte beim Ein- oder Aussteigen. Eine neue Aufgabe, für die die ehrenamtlichen Mitarbeiter im letzten Jahr deutlich mehr Zeit aufwendeten, ist die Begleitung von Flüchtlingen. Wenn die Asylbewerber aus den Erstaufnahme-Einrichtungen im Lande dem Kreis Schleswig-Flensburg zugewiesen werden, kommen sie mit der Bahn in Schleswig an. Hier sind es meistens die Männer von der Bahnhofsmission, die ihnen erklären, wie sie zum Kreishaus kommen, wo sich die Flüchtlinge melden müssen, um auf die einzelnen Orte verteilt zu werden. 862 dieser Flüchtlinge zählte die Bahnhofsmission im vergangenen Jahr. Szenen wie auf dem Flensburger Bahnhof, wo Flüchtlinge, die nach Schweden weiterreisen wollten, campierten, hat es in Schleswig indes nicht gegeben. „Es kommt höchstens mal vor, dass hier jemand aussteigt, weil er denkt, er wäre schon in Flensburg“, sagt Niedziella. Und Nothdurft begegnete einmal einem Libyer, der zurück in die Heimat wollte.

Die Bahnhofsmission ist eine kirchliche Einrichtung. Träger sind das Diakonische Werk des evangelischen Kirchenkreises und die katholische Caritas. Büro und Aufenthaltsraum im Bahnhofsgebäude stehen ihnen kostenlos zur Verfügung. Das gilt weiterhin, auch nachdem die Bahn AG die Immobilie an einen Unternehmensberater aus Baden-Württemberg verkauft hat. Den Aufenthaltsraum besuchen im Durchschnitt acht Menschen am Tag. Dort liegt stets die aktuelle Ausgabe der Schleswiger Nachrichten aus – und es gibt frischen Kaffee. Niedziella betont, dass man dabei nicht in Konkurrenz zum Bahnhofskiosk treten wolle, der nach einem halben Jahr Pause seit zwei Monaten wieder geöffnet ist.

Der Verkauf des Gebäudes ist für die Bahnhofsmission aber auch mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Demnächst soll der Bahnhof umgestaltet werden zu einem Event-Tempel. Die Wartehalle und das Reisezentrum der Bahn AG sollen davon zwar unberührt bleiben, die öffentlich vorgestellten Pläne sehen jedoch vor, die Bahnhofsmission auszulagern in einen Pavillon. „Mit uns hat aber noch niemand gesprochen“, sagt Diakoniepastor Thomas Nolte.

Mehr Zukunftssicherheit würde es auch einfacher machen, neue Mitarbeiter zu gewinnen, glaubt Niedziella. Derzeit ist das Büro nur werktags von 10 bis 14.30 Uhr besetzt. Die Zeiten möchte er gern ausweiten. Die ehrenamtliche Aufgabe kann er wärmstens empfehlen: „Man hat was zu tun – und es ist eine sinnvolle Tätigkeit.“>Infos zur Bahnhofsmission unter Tel. 0  46  21/93  47  73.

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