Siegelbruch und verschwundene Akten : Bahnhof in Schleswig: Stadt stellt Strafanzeige gegen Investor

Bereits im Oktober verfügte die Stadt einen Baustopp am Bahnhof.
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Bereits im Oktober verfügte die Stadt einen Baustopp am Bahnhof.

Der Streit zwischen der Stadt Schleswig und dem Eigentümer des Bahnhofsgebäudes eskaliert weiter - und jetzt sind auch noch Akten verschwunden.

shz.de von
06. März 2017, 15:56 Uhr

Die Stadt Schleswig hat am Montag Strafanzeige gegen den Eigentümer des Bahnhofsgebäudes gestellt. Es geht um den Vorwurf des Siegelbruchs. Wie bereits berichtet, hatte das Bauamt am vergangenen Donnerstag im Gebäude des Schleswiger Bahnhofs diverse Räume versiegelt, um zu verhindern, dass dort Bauarbeiten fortgesetzt werden, für die es keine Genehmigung gibt. Diese Siegel wurden nach Rathaus-Angaben mittlerweile zum Teil gebrochen.

Die Polizei muss sich jetzt auch noch mit einer weiteren möglichen Straftat beschäftigen: Nach ihrem Ortstermin am vergangenen Donnerstag stellten die Bauamts-Mitarbeiter fest, dass die mitgeführten Bauakten nicht mehr vollständig waren. Die fehlenden Akten haben Unbekannte nun dem Bahnhofs-Eigentümer anonym zum Kauf angeboten - für 10.000 Euro. Der Bahnhofs-Eigentümer hat den Bürgermeister nun zu einer Stellungnahme zu diesem Sachverhalt aufgefordert - und zudem klargestellt, dass er die Akten auf keinen Fall ankaufen werde. „Die interessieren mich sowieso nicht, ich habe ja Akteneinsicht“, sagte der Investor aus Baden-Württemberg, der weiterhin namentlich nicht genannt werden möchte.

Vor diesem Hintergrund hat die Stadtverwaltung eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Unterschlagung einer Fundsache gestellt. Nach Angaben der Verwaltung ist die weitere Bearbeitung des Vorgangs durch den Verlust der Aktenteile nicht gefährdet.

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