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Foto: Joachim Pohl

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Freitagsinterview in Schleswig : Baggerfahrer bei Hertie: „Klar macht das Spaß“

Baumaschinenführer Ralf Kirchwehm reißt mit seinem 40-Tonnen-Bagger das Hertie-Gebäude ab.


von
10. Januar 2019, 17:30 Uhr

Schleswig | Das Abrissprojekt Hertie ist seit einem Jahr in aller Munde und immer wieder Anlass für auch kontroverse Diskussionen in der Bevölkerung und in der Kommunalpolitik. Doch wie sieht der Mann, der hier tagtäglich auf dem Bagger sitzt und Mauern einreißt, Stahlstränge durchtrennt und Beton zerkleinert, diese Baustelle? Worin liegen die besonderen Herausforderungen? In einer Arbeitspause stellte sich Maschinenführer Ralf Kirchwehm, 44, den Fragen von unserem Redaktionsmitglied Joachim Pohl.

Herr Kirchwehm, was war bisher die größte Baustelle oder besser Abrissstelle, auf der Sie aktiv waren?

Das größte Projekt war vor zirka zwei Jahren der Abriss eines Gebäudes der Universität Kiel an der Ludewig-Meyn-Straße; das war noch einen Tick höher als dieses hier und wesentlich länger.

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Seit wann sind Sie in der Abrissbranche aktiv?

In dieser Firma seit 17 Jahren und vorher noch sieben Jahre in einer anderen. Also 24 Jahre Abriss und Tiefbau. Oft hat man auch den Auftrag für den Tiefbau, wenn ein neues Gebäude folgt. Dann macht man meistens die Erdarbeiten gleich mit.

Macht es Spaß, Gebäude abzureißen?

Ja, klar.

Oder würden Sie lieber auch mal etwas bauen?

Das tun wir ja. Wenn wir zum Beispiel Decken unterstützen, dann müssen wir auch etwas bauen. Wir machen beides. Aber Häuser bauen, mauern und so etwas – das wäre nicht meins.

Wie ist Ihre genaue Berufsbezeichnung und wo lernt man Ihren Beruf?

Die Bezeichnung ist Baumaschinenführer, und man lernt das auf der Bauakademie. Da gibt es entsprechende Lehrgänge, in denen man sich für bestimmte Geräte fortbilden kann. Aber Baumaschinenführer ist auch ein Lehrberuf, in dem man auf mehreren Fahrzeugen ausgebildet wird, also Radlader, Bagger, Raupe und andere. Auf der Akademie lernt man Theorie und Praxis.

Was ist Theorie?

Theorie ist vor allem die Statik von Gebäuden.

Was ist die besondere Herausforderung dieser Baustelle hier?

Vor allem die Nähe der Einkaufstraße. Aber auch, dass der Nachbar dicht dran ist, aber nicht komplett auf der gleichen Höhe, sondern hinten noch einen Versatz hat. Das macht es dann schon interessant.

Ist es eine besonders schwierige Baustelle, braucht man Fingerspitzengefühl?

Zu Beginn ist es nicht gerade Millimeterarbeit. Je näher man zum Nachbarn kommt, desto kniffliger wird es. Desto vorsichtiger muss man werden.

Hier schauen ja viele Passanten zu. Stört Sie das?

Nein. Das ist ganz normal, das stört mich nicht. Vielleicht beim ersten Mal, aber jetzt nicht mehr. Eigentlich konzentriert man sich nur auf das, was man da jetzt macht. Denn wenn man mal was verkehrt macht, kann das auch in die Hose gehen.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie die Backsteinfassade direkt an der Fußgängerzone abreißen?

Wir sperren ein größeres Stück ab, aber es bleibt genug Platz für die Passanten. Dann ziehen wir einen großen Vorhang aus Gummi hoch, der fängt alles ab, was auf die Straße fallen könnte. Aber wir versuchen natürlich, alles nach innen zum Grundstück herunterzuholen.

Was ist das für eine Maschine, mit der Sie hier arbeiten?

Das ist ein KMC 350. Das Trägergerät selbst wiegt 40 Tonnen. Den Ausleger kann ich wechseln. Derzeit habe ich einen kleinen Ausleger dran, also einen Bagger. Es gibt aber eine ganze Reihe weiterer Anbaugeräte wie Schere, Greifer, Löffel. Bei der Schere kann ich das Gebiss wechseln, derzeit habe ich ein Kombigebiss drauf. Damit kann ich Beton praktisch klein beißen, also bröseln. Hinten habe ich noch ein langes Messer dran, damit kann ich die Eisenträger zerschneiden. Vorn an der Spitze der Schere hat er die Kraft von 75 Tonnen. Die große Schere hat sogar 110 Tonnen. Damit muss ich dann auch ein bisschen vorsichtiger sein. Sonst geht schnell mal was kaputt.

Hatten Sie hier schon mal nicht geplante Schäden?

Wir bisher nicht. Das war vorher, als sie die Verankerung gemacht haben. Da haben sie eine Leitung zu fassen gekriegt. Aber wir gehen hier ja nicht wirklich in den Untergrund rein. Die Sohle bleibt, der Keller bleibt.

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