Nach Blaualgen-Alarm : Baden im Luisenbad wieder erlaubt

DLRG-Retterin Frederike Erken macht einen Strandgast auf das Badeverbot aufmerksam.
DLRG-Retterin Frederike Erken macht einen Strandgast auf das Badeverbot aufmerksam.

Die Stadt hat das Badeverbot im Luisenbad aufgehoben - bis auf Weiteres.

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26. Juli 2018, 07:42 Uhr

Die Sonne brennt. Selbst im Schatten steigt das Thermometer auf 30 Grad. Ein Sprung in Schlei verspricht Abkühlung. So dachten auch gestern wieder zahlreiche Schleswiger und strömten ins Luisenbad.

Doch mit der Abkühlung wurde es nichts. Badeverbot. Verhängt von der Stadt Schleswig auf dringende Empfehlung des Kreisgesundheitsamtes.

Am heutigen Donnerstag aber ist das Baden wieder erlaubt. „Heute Morgen hat uns der Kreis  die Empfehlung gegeben, dass Badeverbot wieder aufzuheben. Derzeit sind Mitarbeiter der Stadt und Umweltdienst dabei, die Schilder Vorort  am Luisenbad wieder entfernt werden – bis auf weiteres“, teilte Rathaus-Sprecher Eric Gehrke am Vormittag mit. Die gefährlichen Blaualgen, die in den vergangenen Tagen am Strand gesichtet wurden, sind wieder verschwunden - wohl auch dank des starken Windes und des Gewitterregens vom Mittwochabend.

Schon am Dienstag hatte sich eine blaugrüne Blaualgenschicht auf dem Wasser am Strand gebildet. „Wir haben in diesem Sommer schon häufiger Blaualgen gesehen, meistens waren sie aber schnell wieder weg“, sagt DLRG-Rettungsschwimmer Janik Blenckner. Weil es diesmal anders war, verständigte die DLRG-Wache das Gesundheitsamt, das sofort einschritt. Andere Badestellen in und um Schleswig sind derzeit nicht betroffen.

Blaualgen sind Bakterien, die sehr starke Hautreizungen verursachen. Mit Blaualgen belastetes Wasser zu schlucken, kann zu Übelkeit und Erbrechen führen, in hoher Konzentration auch zu Organschäden.

„Blaualgen sind deutlich gefährlicher als die Zerkarien aus den letzten Jahren“, sagt DLRG-Retter Janik Blenckner. Zerkarien (Saugwurmlarven) sind in diesem Jahr am Luisenbad nur äußerst selten aufgetreten. Auch sie lösen Hautreizungen aus, die allerdings schnell wieder verschwinden. Befinden sich größere Mengen Zerkarien im Wasser, gibt es deshalb regelmäßig nur eine Warnung, kein Badeverbot.

Janik Blenckner und seine Kollegen Frederike Erken und Robin Knorr rückten gestern jedes Mal sofort aus, wenn sich auf dem Strand jemand verdächtig nah dem Ufer näherte. Nachdrücklich machten sie auf das Badeverbot aufmerksam.

Blaualgen bilden sich in nährstoffreichem Wasser besonders dann, wenn die Wassertemperaturen über 20 Grad steigen. Dieser Effekt wird begünstigt, wenn das Wasser, wie in den letzten Tagen, wenig in Bewegung ist. Gestern war die Schlei am Luisenbad 23 Grad warm. Nicht auszuschließen, dass die Blaualgen in den nächsten Tagen zurückkehren. Die DLRG-Retter werden ihre Augen offen halten.

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