St. Jürgen : B201-Kreisel: Anlieger machen Druck

Sie engagieren sich   für  einen  Kreisel an der B201. Von links: Melanie Bettin (Team-Tankstelle), Arne Hansen  ('Klappschau'-Einrichtungen),  Jan Peter Hansen (HWH Baustoffhandel GmbH), Wolfgang Harm ('Sterndruck'), Christian Jordt (Autohaus Jordt)  und Kai-Marius Sörensen ('Team-energie-GmbH') mit dem 'Drachentöter'-Emblem des St. Jürgener Gewerbevereins. Foto: Bühmann
Sie engagieren sich für einen Kreisel an der B201. Von links: Melanie Bettin (Team-Tankstelle), Arne Hansen ("Klappschau"-Einrichtungen), Jan Peter Hansen (HWH Baustoffhandel GmbH), Wolfgang Harm ("Sterndruck"), Christian Jordt (Autohaus Jordt) und Kai-Marius Sörensen ("Team-energie-GmbH") mit dem "Drachentöter"-Emblem des St. Jürgener Gewerbevereins. Foto: Bühmann

St. Jürgener Geschäftsleute wollen sich an Baukosten und Unterhalt beteiligen / Zuständige Landesbehörde schweigt zu dem Angebot

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25. April 2012, 09:36 Uhr

Schleswig | Da helfen auch Blaulicht und Sonderrechte nicht weiter - wenn die DRK-Rettungswagen von der St. Jürgener Straße auf die B 201 zum Einsatz fahren und schon im Einmündungsbereich festsitzen. Denn an den nach rechts abbiegenden Autos kommen sie wegen des Platzmangels nicht vorbei, und nach links ausweichen geht nicht, weil ihnen die Abbieger von der B 201 entgegen kommen. "Was also nützt uns das Vorfahrtsrecht bei Rettungsfahrten, wenn wir in dem Nadelöhr wertvolle Zeit verlieren", beklagt DRK-Kreisgeschäftsführer Kai Schmidt auf SN-Nachfrage. Die DRK-Rettungswache hat ihren Sitz an der St. Jürgener Straße 70-72. "In den letzten Jahren ist hier durch das Gewerbegebiet das Verkehrsaufkommen stark angestiegen, ebenso die Zahl unserer Rettungseinsätze", sagt er.

Die Antwort auf das Problem ist bekannt. Nicht nur Anlieger im Gewerbegebiet St. Jürgen fordern: Ein Kreisel muss her, um endlich die gefährliche Einmündung St. Jürgener Straße / B 201 zu entschärfen. Ein Kreisel würde den Verkehrsfluss harmonisieren, und zwar in jede Richtung.

Der St. Jürgener Gewerbeverein unter Vorsitz von Wolfgang Harm weiß das und bietet sogar an, erhebliche Vorleistungen zu erbringen. "Wir sind bereit, uns an den Kosten für einen Kreisel an der Einmündung zur St. Jürgener Straße zu beteiligen", wiederholt er sein Angebot. Bereits am 17. März hatten die SN über seine Initiative berichtet. Aber eine Reaktion von behördlicher Seite darauf ist bisher ausgeblieben. Jetzt setzen Wolfgang Harm und Vereinskollege Christian Jordt vom gleichnamigen Autohaus noch eins drauf: "Unser Gewerbeverein würde sich nicht nur an den Baukosten beteiligen, wir würden uns auch verpflichten, die Langzeitpflege für den Kreisel zu übernehmen." Damit wären wohl die größten Hindernisse aus dem Weg geräumt.

Zuständig für den Bau von Kreiseln auf der Bundesstraße ist der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Flensburg. Dessen Chef Karl-Heinz Roos beziffert die Kosten eines Kreisels mit 300 000 bis 400 000 Euro. Die größte Hürde für den Bau eines Kreisels sind nach seinen Angaben die Kosten und der Landerwerb.

Das Kostenproblem wäre durch den avisierten Eigenzuschuss der St. Jürgener Gewerbetreibenden (Harm: "Wir verfügen auch über eine Kriegskasse!") erheblich eingedämmt. Wäre da noch das von behördlicher Seite befürchtete Problem des Landerwerbs für den Kreisel-Bau. Doch auch dafür zeichnet sich dank Arne Hansen, dem Eigentümer der "Klappschau"-Ländereien, eine Lösung ab. Er will bei seinem Angebot bleiben: "Die erforderliche Fläche für einen Kreisel würde ich sofort verkaufen!"

Wie die meisten der Anwohner sieht Arne Hansen täglich den zunehmenden Verkehr, verbunden mit Staubildungen. Insbesondere die Schwerlaster, die aus dem boomenden Gewerbegebiet kommen, haben oft Mühe, eine Lücke auf der stark befahrenen B 201 zu finden, um sich dort einreihen zu können. Durch dieses "Dazwischen-Grätschen" entstehen immer wieder heikle Situationen, die leicht zu Unfällen führen können.

Auch Ulrich Becker, Vorsitzender des Schleswiger Automobilclubs und gleichzeitig Präsidiumsmitglied des ADAC Deutschland, plädiert für einen Kreisel - "bevor wieder etwas Schlimmes passiert". Auto-, Lkw- und Kradfahrer seien an dieser komplizierten Einmündung einfach überfordert.

Jetzt ist der Flensburger Landesbetrieb am Zuge. Die St. Jürgener Geschäftsleute sehen alle Gegenargumente - Baukosten, Pflege, Landerwerb - entkräftet, alle Hindernisse aus dem Wege geräumt. Sie und viele Autofahrer hoffen, dass pragmatische Behördenvertreter nun die Sache in Angriff nehmen.

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