zur Navigation springen

Übung macht den Meister : Azubis übernehmen das Kommando

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Schleswiger Hypovereinsbank-Filiale wird in der kommenden Woche ganz allein von Auszubildenden gemanagt.

Das ist mal ein Karrieresprung! Tatjana Koschinski (21) und Hans-Christian von Hobe (20) sind noch im dritten Lehrjahr, aber in der nächsten Woche werden die angehenden Bankkaufleute in der Schleswiger Hypovereinsbank-Filiale auf dem Chefsessel sitzen. Denn von Montag bis Freitag schmeißen insgesamt elf Auszubildende, die aus dem Gebiet von Flensburg bis Bad Segeberg kommen, den Laden in der Geschäftsstelle im Stadtweg. Eigenständig werden sie dann am Schalter stehen und die Kunden in allen möglichen Finanzfragen beraten. Das Stammpersonal zieht sich in dieser Zeit zurück. „Auch ich räume mein Büro und gebe meinen kompletten Aufgabenbereich ab“, sagt Filialleiter Marc Jepsen. „Es freut uns natürlich, dass wir das Schiff lenken dürfen“, betont Tatjana Koschinski, die dann gemeinsam mit Hans-Christian von Hobe an Jepsens Schreibtisch Platz nehmen wird.

Das Projekt „Azubi-Filiale“ der Hypovereinsbank steht unter dem Motto „Übung macht den Meister“. „Ausbildung ist wichtig“, stellt Jepsen klar. „Deswegen hat sich die Bank überlegt, wie man den Azubis mehr Verantwortung übergeben kann.“ Die „Azubi-Filiale“ gibt es in dem Geldinstitut seit 2010 einmal jährlich an wechselnden Orten. Auch in Rendsburg und am inzwischen geschlossenen Standort Süderbrarup haben die Lehrlinge schon mal das Kommando übernommen. „Bislang waren die ‚Azubi-Filialen‘ immer ein Erfolg. Das zeigt uns auch das Feedback der Kunden“, so Jepsen. „Es prägt die Azubis immens.“

Bereits in dieser Woche sind die elf angehende Bankkaufmänner und -frauen in der Schleswiger Filiale zusammengekommen, um entsprechende Vorbereitungen zu treffen. „Wir vereinbaren zum Beispiel schon mal Termine mit Kunden“, erklärt Tatjana Koschinski. Von null auf hundert geht es für sie und ihre Kollegen in der kommenden Woche nicht. Denn Kundengespräche gehörten von Anfang an zur Ausbildung dazu. Meistens säßen allerdings ausgelernte Berater mit am Tisch. Das wird ab Montag anders sein, wenngleich die Azubis in der Regel zu zweit die Kunden beraten werden.

Ganz ohne Netz und doppelten Boden wird es in der „Azubi-Filiale“ jedoch nicht zugehen. „Wir stehen im Hintergrund als Backup bereit. Wenn etwas Dramatisches passiert, können wir natürlich jederzeit eingreifen“, sagt Filialleiter Jepsen. Davon gehe er jedoch nicht aus. „Die Azubis haben schon bewiesen, dass sie es können.“ Worte, die auch Tatjana Koschinski und Hans-Christian von Hobe gerne hören. Beide sprechen von einem „großen Vertrauensbeweis“.

Ausgenommen von dem Projekt ist der Geschäftskundenbereich. Zudem gebe es aus Sicherheitsgründen an den Kassen Einschränkungen, so Jepsen. „Da muss immer jemand draufschauen.“ In der Schleswiger Hypovereinsbank-Filiale sind 14 Mitarbeiter beschäftigt, davon sechs im Geschäftskundenbereich.

Verbunden ist die „Azubi-Filiale“ mit einem sozialen Projekt, das diesmal der Flüchtlingshilfe im Amt Haddeby zugute kommt. So wird der Bank-Nachwuchs bereits am heutigen Donnerstag Flüchtlinge zum Bowling mit anschließendem Essen einladen.

Wer welche Position übernimmt, haben die Azubis allein unter sich ausgemacht. Dass ausgerechnet sie beide die Chefrolle einnehmen dürfen, empfinden die Flensburgerin Tatjana Koschinski und der Niesgrauer Hans-Christian von Hobe als besondere Herausforderung. Für beide ist Schleswig zwar die Stammfiliale, doch der kommenden Woche gehen sie mit Herzklopfen entgegen. „Es wird spannend“, sagt Tatjana Koschinski.

zur Startseite

von
erstellt am 22.Okt.2015 | 07:21 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen