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Sally Perel : Autor von „Hitlerjunge Salomon“ liest in Schleswig

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Am 24. September kommt der in Israel lebende Schriftsteller Sally Perel in die Bruno-Lorenzen-Schule und diskutiert mit Schülern

von
erstellt am 18.Sep.2013 | 00:37 Uhr

Der 88jährige in Israel lebende Buchautor Sally Perel kommt am Dienstag, 24. September, zu einer Lesung in die Bruno-Lorenzen-Schule. Er wird dort mit Schülern aus den 9. und 10. Klassen über sein Leben als „Hitlerjunge Salomon“ sprechen. „Wir freuen uns sehr, dass er kommt“, erklärte gestern Konrektor Bernd Nissen. Vor zwei Jahren sei der Besuch des weltweit bekannten Buchautors schon einmal geplant gewesen, jedoch habe Perel damals aus Krankheitsgründen die Reise nach Schleswig nicht antreten können.

Eine zusätzlich besondere Note erhält die Lesung mit Perel auch dadurch, dass polnische Austauschschüler, die sich gerade an der Bruno-Lorenzen-Schule aufhalten, an der Diskussion teilnehmen werden. Sally Perels Familie ist jüdischer Abstammung und kommt aus Polen. 1925 in Peine geboren, wuchs er dort mit seinen Geschwistern Isaak, David und Bertha in guten Verhältnissen auf. 1933, mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wurde die Familie Opfer von Pogromen und Diskriminierung. Die Eltern gingen deshalb nach Polen zurück, wo es nach Hitlers Überfall ab 1939 auch keine Sicherheit mehr für sie gab. So schickten sie Sally und Bruder Isaak in Richtung Russland. Sally landete dort in einem Waisenhaus und lernte russisch. Nach dem deutschen Angriff auf Russland begab er sich erneut auf die Flucht. Die Wirrungen dieser Zeit bringen es mit sich, dass er bei deutschen Soldaten landete und sich bei ihnen als „Volksdeutscher “ausgab. Das rettete ihm das Leben. Später wurde der Junge Salomon nach Braunschweig in die „Adolf-Hitler-Schule“ geschickt. Und er spielte dort weiterhin seine Rolle als „Hitlerjunge“, um zu überleben. Den Krieg überlebten außer ihm nur seine Brüder Isaak und David. Seine Schwester und seine Eltern waren in Konzentrationslagern gestorben.

Nach dem Krieg brauchte Perel 40 Jahre, um das Erlebte in einem Buch verarbeiten zu können. Das Buch ist 1991 verfilmt worden; ein Jahr später wurde der Film für einen Oscar nominiert. Trotz seines hohen Alters sucht Perel heute immer noch Schulen auf, um seine Einsichten und Erlebnisse mit jungen Menschen zu diskutieren.

Am 24. September können ab 11 Uhr in begrenzter Anzahl auch interessierte Zuhörer in die Aula der Bruno-Lorenzen-Schule kommen.

 

 

 

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