Automobilclub eröffnet die Ballsaison

Elegante Abendgarderobe war Pflicht.
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Elegante Abendgarderobe war Pflicht.

Der Schleswiger Automobilclub hat am Wochenende die Ballsaison des neuen Jahres eröffnet. Vorsitzender Ulrich Becker kritisierte in seiner Eröffnungsrede die Bundesverkehrs- und Umweltpolitik.

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19. Januar 2009, 10:21 Uhr

Schleswig | Nach mehr als 20 Jahren war der Club mit seinem Winterball ins "Hohenzollern" zurückgekehrt. 160 Gäste waren gekommen.

Dass der Vorsitzende in seiner Eröffnungsrede auf aktuelle automobile Themen eingeht, ist beim Automobilclub eine Selbstverständlichkeit. So war es auch am Sonnabend. Ulrich Becker, zugleich ADAC-Vizepräsident Verkehr, kritisierte die Verkehrs- und Umweltpolitik der Bundesregierung. Seit 2004 fordere der ADAC eine Kraftfahrzeugsteuer, die auf der Grundlage des Kohlendioxid-Ausstoßes berechnet werde - insbesondere aus Umweltschutzgründen. Die Bundesregierung habe nun eine Kraftfahrzeug-Steuerbefreiung für höchsten zwei Jahre auf alle Autos beschlossen, ohne dass ein Autokäufer wisse, wie die Besteuerung nach diesem Zeitraum aussehe. Damit würde man weder Kaufanreize auslösen noch nachhaltige ökologische Ziele erreichen.

Dass ein Konsument eine Verschrottungsprämie erhalte, wenn er von einem Altfahrzeug auf einen Neuwagen umsteige, begrüßte Becker. Dieses Steuerungsinstrument sei notwendig, um den Markt anzukurbeln. Allerdings müsse es auch sozial und ökologisch vertretbar sein. Auch ein Gebrauchtwagenkäufer, der von einer "Kohlendioxid-Schleuder" auf einen Euro-Norm-3-Wagen umsteige, bewirke etwas für Umwelt und Handel. Er hoffe darauf, dass in Berlin Vernunft einsetze, um nicht nur zu handeln, sondern auch um der Lenkungs- und Steuerungsfunktion nachzukommen.

Ähnliches, so Becker, wünsche er sich auch in Schleswig, zum Beispiel bezogen auf die Nachnutzung des früheren Gartenschau-Geländes oder auf die Umsetzung von Plänen für das ehemalige Kasernengelände: "Ob die Verantwortlichen ihrer Lenkungs- und Leitungsfunktion jeweils nachgekommen sind, halte ich jedenfalls als außen stehender Betrachter für bisher nicht nachgewiesen." Nach den kritischen Worten versprach Ulrich Becker seinen Gästen eine fröhliche Ballnacht - und das wurde es auch. Die letzten Gäste verließen das "Hohenzollern" am Sonntag gegen 4 Uhr.

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