Automatische Stellwerke sorgen für Zugausfälle und Verspätungen

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09. Juli 2014, 19:03 Uhr

Gestern Mittag in Sörup: Fahrgäste blicken verzweifelt auf die moderne Anzeigentafel des Bahnhofs, die verkündet: Der nächste Zug nach Flensburg wird 20 Minuten später abfahren, Grund: ein Stellwerkproblem. Zur vorgesehenen Abfahrtszeit dann die Ansage: „Der Zug fällt aus.“ Mehr Informationen erhalten die Reisenden nicht. Drei Stunden später auf dem Bahnhof in Süderbrarup: Dort steht zumindest eine Regionalbahn. Die Weiterfahrt verzögert sich allerdings um 40 Minuten. „Zwei Stunden habe ich hier gewartet“, schimpfte ein Fahrgast, als er in seinen Zug nach Flensburg einstieg.

Die Probleme begannen am Dienstag um 6 Uhr, als die Stellwerkmitarbeiter durch Elektronik ersetzt wurden. Denn die Deutsche Bahn nimmt derzeit sukzessive das neue Eisenbahnstellwerk in Lindaunis in Betrieb. Es steuert künftig den rund 50 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Eckernförde und Flensburg. Die Bedienung aller Signalanlagen und der Klappbrücke über die Schlei sowie die Überwachung der Bahnübergänge erfolgt von der neuen Bedienzentrale aus. Eine bislang nicht lokalisierte Störung im Stellwerk in Lindaunis sorgt für das Durcheinander im Regionalbahnverkehr zwischen Kiel und Flensburg.

Das neue Stellwerk ersetzt fünf alte, von denen das älteste aus dem Jahr 1905 stammt. Es sollen unter anderem durch den Einsatz von wartungsarmen LED-Signalen statt Glühlampen die Instandhaltungskosten gesenkt werden. Inzwischen sind alle Signale aufgestellt, alle Kabel verlegt und der Bedienplatz in der Zentrale in Lindaunis aufgebaut. Die Bahnübergänge werden während der Umschaltphase durch Bahnübergangsposten gesichert.

Zwischen Kiel und Flensburg kommt es nach Mitteilung der Bahn zu längeren Fahrzeiten. Die Regionalbahnen zwischen Kiel und Eckernförde fuhren gestern ganztägig nur im 60-Minuten- statt im 30-Minuten-Takt. Informationen auf www.bahn.de.

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