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Auszeit von Tschernobyl und dem Reaktorunglück

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Zwei Mädchen aus Weißrussland verbringen vier Wochen in Lürschau / Verein sucht Gasteltern

Lürschau | Die Präsenz in den Medien ist schon lange vorbei, aber die Auswirkungen des Reaktorunglücks 1986 in Tschernobyl (Ukraine) sind geblieben. Noch heute sind alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse belastet. Die Nahrungsaufnahme und das Leben in diesem Gebiet führt unter anderem dazu, dass das gesamte Immunsystem geschwächt wird. Jeder kleine Husten kann sich zu einer Bronchitis oder Lungenentzündung entwickeln.

Um zumindest rund 40 Kindern aus Gomel, eines der betroffensten Gebiete aus Weißrussland, das Leben ein wenig zu erleichtern, organisiert die "Initiative für Kinder von Tschernobyl e.V. Rendsburg und Umgebung" jedes Jahr für vier Wochen einen Aufenthalt bei Gasteltern. Schon zum dritten Mal hat auch Martina Tröh-Reinke aus Lürschau zwei Mädchen bei sich aufgenommen. Wie im vergangenen Jahr besuchen Kristina und Alisa (13 Jahre) Lürschau.

Diesmal feierte Kristina ihren zehnten Geburtstag 1600 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Die Gastmutter Martina organisierte eine Hüpfburg, einen Pool und ein Pferd, lud zehn weitere russische Gastkinder ein und staunte nicht schlecht, wie sehr sich die Kleine über das Fest freute, "denn Geburtstagsfeiern, wie sie bei uns üblich sind, kennen die Kleinen nicht".

"Alisa hat mir bei den Geburtstagsvorbereitungen mit sehr viel Engagement geholfen", erzählt die Gastmutter. Sie wusste, dass auch Alisas Freund bei Gasteltern wohnte. Die beiden Gastmütter verabredeten heimlich ein Treffen. Alisa und ihr Freund durften dann mit Martina Tröh-Reinke und den anderen Kindern zusammen in einen Vergnügungspark. "Ich bin so froh, etwas für die beiden Mädchen erreichen zu können. Allein vier Wochen bei uns im Norden lassen die Kinder den Winter besser überstehen. In dieser kurzen Zeit erholt sich das Immunsystem für etwa sieben Monate", sagt Tröh-Reinke.

Und es sind nicht nur die Gasteltern, die helfen. Viele der notwendigen Gesundheitschecks werden ohne Honorar von Ärzten übernommen. Sponsoren bestehen jährlich darauf, den Kindern etwas Gutes zu tun, spendieren einen Besuch bei McDonalds, auf dem Reiterhof oder eine Fahrt nach Büsum.

Martina Tröh-Reinke weist darauf hin, dass der Verein dringend Gastfamilien sucht. "Keine Angst vor Sprachproblemen", sagt sie, "ich spreche auch kein Russisch. Aber es sind immer auch Betreuer als Ansprechpartner vor Ort und die Kinder haben ab der fünften Klasse Deutschunterricht. Außerdem haben wir ja Hände und Füße".

Gasteltern können sich bei Interesse mit dem Vorsitzenden des Vereins Fritz Arens, Friedrichsholm, Tel.: 0 43 39/267 oder E-Mail an fritzarens@aol.com in Verbindung setzen.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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