Kropp : Aus für den Rosengarten

Unzureichender Brandschutz: Der Kropper Rosengarten ist ab sofort für die Öffentlichkeit geschlossen.
Unzureichender Brandschutz: Der Kropper Rosengarten ist ab sofort für die Öffentlichkeit geschlossen.

Der Kreis untersagt den Betrieb der Gaststätte wegen Brandschutz-Mängeln. Gemeinde hebt Vertrag mit Pächter Drews zum Ende dieser Woche auf.

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20. Januar 2015, 16:30 Uhr

Gerüchte gab es in Kropp schon lange, aber jetzt ist es offiziell: Das Restaurant „Rosengarten“, das ehemalige Soldatenheim, lange Zeit Treffpunkt für Vereine, Verbände und viele Kropper, wird geschlossen. Das gab Bürgermeister Stefan Ploog gestern in einer Presseerklärung bekannt. Als Gründe für die Schließung ab Montag, 26. Januar, werden erhebliche Mängel im Bereich des Brandschutzes genannt. Festgestellt wurden die Mängel im Rahmen einer Brandverhütungsschau durch den Kreis Schleswig-Flensburg. Und diese waren so erheblich, dass sich das Amt gezwungen sah, den Betrieb der Gaststätte „Rosengarten“ mit sofortiger Wirkung zu verbieten. „Die Frist bis zum 26. Januar ist sozusagen eine Endabwicklung“, sagte der Bürgermeister. Obwohl erst seit zwei Wochen im Dienst, weiß Stefan Ploog, dass der Zustand des Rosengartens in der Verwaltung bekannt war – im ehemaligen Soldatenheim war nicht nur der Brandschutz ein Problem, das Gebäude war auch als Energieschleuder bekannt. „Vor rund 70 Jahren wurde eben noch anders gebaut“, erklärte Ploog.

Die Frage, warum die Gemeinde die Mängel nicht beseitigt habe, beantwortete Ploog mit der Finanzlage. „Das ist immer eine Frage der Kosten und der Abwägung“, sagte er. Nicht kommentieren wollte Ploog die Frage, ob die Gemeinde sehendes Auges auf die jetzige Situation zugesteuert sei: „Dazu kann und möchte ich mich nicht äußern. Dazu weiß ich zu wenig über die Vorgeschichte.“

Stefan Ploog verspricht allerdings, dass sich die Gemeinde kurzfristig und intensiv darum bemühen werde, ein tragfähiges Konzept in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden des Kreises für den „Rosengarten“ zu entwickeln. Dabei soll berücksichtigt werden, dass ein Unterzentrum wie die Gemeinde Kropp für größere und regional bedeutsame Veranstaltungen auch entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung haben sollte. In die Bewertung der Lage gehe man vollkommen offen, Weder ein Abriss noch eine Komplettsanierung der Gaststätte können von vornherein ausgeschlossen werden. Vor dem Hintergrund der komplizierten Meinungsfindung sah sich der Bürgermeister auch nicht in der Lage, einen Zeitplan zu benennen. „Wir müssen uns jetzt schnell Gedanken darüber machen, was wir wollen und was wir können.“ Wann und ob der Rosengarten wieder öffnet, steht in den Sternen.

Die Entscheidung, den Rosengarten für den öffentlichen Betrieb zu schließen, lag letztlich nicht mehr in der Hand der Gemeinde, die Eigentümerin der Immobilie ist. Wie Bürgermeister Stefan Ploog mitteilte, habe man den Pachtvertrag mit Betreiber Hans-Jürgen Drews zum 25. Januar aufgehoben. Der hatte das Restaurant mit Saal erst vor zwei Jahren übernommen und seine gut gehende Gaststätte in Klein Bennebek aufgegeben.

„Ich habe erst am vergangenen Freitag davon gehört und jetzt knapp zwei Wochen Zeit, um zu gehen“, sagte Drews gestern. Er bezeichnete die Situation als „haarsträubend“. In der Vergangenheit habe er die Gemeinde immer wieder auf die Missstände hingewiesen. „Mir wurde dann gesagt, dass es ein Sanierungskonzept gibt. Aber dafür ist es jetzt ja wohl zu spät.“ Obwohl ihm Mängel bekannt waren, sei auch er völlig davon überrascht worden, wie schwerwiegend diese offenbar waren. „Dass es so schlimm ist, hätte ich nicht gedacht“, sagte Drews. „Meine Angestellten, Auszubildenden und auch ich selbst stehen jetzt wieder bei Null. Wir haben unsere Einkommensquelle verloren.“ Drews will sich nun so schnell wie nach einem neuen Restaurant oder Gasthof umsehen. Das Kapitel „Rosengarten“ hat er offenbar endgültig abgeschlossen.

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