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Schleswiger Nachrichten

17. August 2017 | 06:11 Uhr

Schleswig : Aufregung im Kanu-Club

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Organisierte Wassersportler sehen sich nach Rettungs-Drama um Paddler auf der Schlei zu Unrecht in Misskredit gebracht.

Das Drama um die Kajakfahrer, die am Montagabend auf der Kleinen Breite aus Seenot gerettet werden mussten, hat im Schleswiger Kanu-Club „Haithabu“ (SKC) für einige Unruhe gesorgt. Viele Mitglieder sahen ihren gesamten Sport zu Unrecht in Misskredit gebracht. „Diese vier Freizeit-Paddler gehörten nicht unserem Club an“, betont Pressewartin Rita Heide. „Wir legen besonderes Augenmerk auf Sicherheitsschulung, Wetterkunde und angemessene Paddel-Kleidung.“

Erfahrene Vereinsmitglieder berichteten, sie seien von Passanten angefeindet worden, als sie sich selbst am Montag bei Windstärke 5 auf die Schlei wagen wollten. „Dabei ist so ein Wetter für geübte Paddler überhaupt kein Problem“, sagt Kanulehrer Dirk Lademann, der im SKC regelmäßig Schnupperkurse mit Sicherheitstraining anbietet. „Wenn man weiß, wie es geht, kann es sogar richtig Spaß machen.“ Erst ab Stärke 6 würde er „nicht mehr ohne besonderen Sachzwang“ ins Kajak steigen. Er selbst hat im Kanu schon mehrfach über die Ostsee die dänische Inselwelt erkundet und paddelt auch auf der Nordsee. Leider, so bedauert Lademann, könnten Außenstehende nicht immer zwischen gut ausgebildeten Kanuten und „Laien, die sich mal ein Boot ausgeliehen haben“, unterscheiden.

Dabei räumt der Kanulehrer ein, dass Sicherheit in seiner Sportart nicht immer so groß geschrieben wurde wie heute. „Als ich in den 70er Jahren anfing, da galt es noch als Zeichen des Zweifels am eigenen Können, wenn man eine Rettungsweste trug.“ Inzwischen würden 90 Prozent aller Kanuten Rettungswesten tragen.

Die jungen Männer, die am Montag vor der Freiheit gekentert waren, hatten einen Großeinsatz von Seenotrettern, Feuerwehr und Notarzt ausgelöst und waren vom Schleswiger Rettungsboot „Walter Merz“ wohlbehalten an Land gebracht worden. Lademann ist sich sicher, dass SKC-Mitgliedern so etwas nicht so schnell passiert wäre. Im Verein lerne jeder Anfänger, wie man sich verhält, wenn Wellen von der Seite kommen, und wie man das Boot wieder aufrichtet, wenn man doch einmal kentern sollte. „Es reicht nicht, wenn man nur eine kurze mündliche Einweisung bekommt oder vielleicht eine Stunde zum Lernen auf dem Wasser verbringt.“ Und Rita Heide sagt: „Unter der Anleitung unserer engagierten und kompetenten Jugendwarte Hendrik Jaron und Nils Harries wird von Anbeginn Sicherheit und gegenseitige Verlässlichkeit geschult.“

Der Kanuclub hat derzeit rund 280 Mitglieder. Das Clubhaus befindet sich zwischen dem Yachthafen des Schlei-Segel-Clubs und dem Luisenbad. Infos über den Verein im Internet unter www.skc-schleswig.de.

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erstellt am 21.Aug.2015 | 12:23 Uhr

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